Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 13 (1910)
- Issue
- 1 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 143 (sequence 167)
- Language
- German
- Belongs to
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— 143 — un do bigrobt men zwei Menschen. (Von Linezki oder Dick angewandt gegen frühzeitige Vermählungen, wenn das Ehepaar sich nicht das Brot verdienen kann). 32. Wos far a nafke mine (hier Unterschied) is zwischen amolige (vorige) Welt mit haitigs Welt? — Antw.: A mol (vor Zeiten) flegt men trog'n die Baink (Bank) in Stub (ins Haus), ba haintige (bei jetzigen) Zait'n trogt men die Stub (Haus) in Baink (Bank Creditanstalt). (Linezki in seinem: Weltluach). 33. Ai, dos is epes a Chad-Gadjo, s'is nit glat. Epes a Ziegele gikeift var zwei Gildn (d. i. sehr billig), wenn spät in der Nacht (12 a Seiger bai der Nacht), oi Bruder, seh' zi, (ob es) is dos gor nit (vielleicht) a giganwete (ein Diebstahl). 34. Ki (^3) hot a vule Teitsehen (bedeutet mancherlei), oder: ^3 hot vier Teitschn*. eib, as, tomer, doch, wenn, worim, naiert (sondern), der fünfter Taitsch is: Ki Bheimes (Wortspiel Ki Kühe). 35. Kelew — der bester Taitsch (Uebersetzung) vun alle Taitschn (Ueb er Setzungen) is: a Hund. 36. A Messer'l mit sechs Mailes (Eigenschaften): 1. a koscherer 2. a treifer 3. a milchiger 4. a fleischiger 5. a parewer. Nu (nun) un die sechste Maile? . . A giganweter (ein gestohlenes). 37. Reb Elinke esst un trinkt, nor tut mir nit on kin Heseikes. [Zu schfeich chamos'cho (der Stelle in der Pesachhaggada, bei der die Tür geöffnet wird) hobn waisse Chewre (Spaßmacher) araingilosn zu a Jeschuwnik a Zieg mit a zugikwetsten Eck mit a Spreis-Hölz'l. Die Zieg' hot a Sprung geton afn Tisch un hot ongiheiben machn a Tel vun all (alles zerschlagen). Der Jeschuwnik hot anders nit gimeint, as dos is Eljohu hanowi allein (selbst) un sogt zu ihr: „Seht, ich bett aieh, Reb Eljnke: esst aich un trinkt aich gisunterheit viel ihr willt, nor tut mir nit on kin Schodn!" 38. Ich bin die zweite Hand vun Keisser: Er macht die Gelt un ich — die Baitl. 39. Sie will mkajem sain (erfüllen) far ein mol (auch: far einKlapp) alle drei Mizwes (Gebote): HachnossasOrchim(Gastfreundschaft), Bikkur Cholim (Krankenpflege) un Halwojas Harnes (Totengeleit). [Es war einmal eine fromme, aber sehr geizige Frau. Arme Gäste (Orchim) pflegte sie sehr freundlich und reich zu bewirten. Doch waren die Speisen derart schlecht, daß, wer sie genaß, sich den Magen verdarb, erkrankte und sterben mußte]. Mitgeteilt von Herrn Jacob Frieser aus Jrkutsk-Bargusin, Sibirien. 4Q. Vun wanen nemt sach, wos mi sogt a Chasn is a Narr? (S; oben No. 3). — Antw.: Der Row, der Chasn un der Schames hun a Städtl hobn sach giklogt varn Golil (-Bezirks)-Row, as sei vobn nit vun wannen zu lebn un betn, mi soll sei pribawn. Der 10*