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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1910-01-01 · 1 (1910) · p. Seite 140

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
13 (1910)
Issue
1 (1910)
Date
1910-01-01
Page
Seite 140 (sequence 164)
Language
German
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— 140 — 5. Ein chochnio w'ehi twuno w'ein eizo l'neged a schlechte Kort (es hilft keine Vernunft, kein Verstand und kein Mittel gegen schlechte Spielkarten, es ist nichts mit ihnen anzufangen). Vgl. oben No. 3 und Bernstein 1566. 6. Dos (auch: ot wot russ.: hier, da) geit a Briw. [So sagt man von einem reichen, aber unwissenden Menschen, der weder lesen, noch schreiben kann, wenn er in Geschäften zu einem anderen Kaufrnanne, seinem Kollegen, fährt oder geht. Er selbst ist ein lebendiger Brief; zu schreiben ist er nicht imstande]. (Mitgeteilt von Herrn Jechiel Grober, Gouv. Mohilew.) 7. Jiftoch b'deirei k'Schmuel b'deire (Rosch haschana 25; vgl. Tendlau 27): Jefta war zu seiner Zeit so gross, wie Samuel zur seinen. Jronisch: Jiftoch b'dudei k'Schmuel b'trubei Jefta bläst in sein Horn wie Samuel in seine Trompete. 8. Varwos (warum) is nito (ist nicht da) in der Teieheche (biblische Androhung von Plagen) a Stiefmutter? — Antw.: Die Teicheche is a Klole (Fluch) far Greisse (für Große) un a Stiefmutter is a Klole (Fluch) far Kleine (für verwaiste Kinder). (Mitgeteilt von Herrn Chasanow.) 9. A jüdische Schnur (Schwiegertochter), a jüdische Für (Fuhre) un a jüdische H. teig'n af Kapores. (Mitgeteilt von Herrn Gedalje Malef aus Irkutsk.) 10. A Taitsch (ein Deutscher) mit a Spalt) im Eocke ein Stutzer). [Man fand einen ertrunkenen Mann. Man schloß aas seinem „Spalt" auf einen Deutschen. (Aus Litauen.)] 11. Varan (es gibt) drai Mizwes (fromme Taten), wos krich'n nit in Maul (die unangenehm sind). (Das sind): a) A winterdiker Schaleschudes, [die dritte Mahlzeit am Sabbat im Winter, wenn der Tag so kurz ist. Soeben hat man zu Mittag gegessen und eine Stunde später ißt man schon wieder.] b) der Afikeimon (das Mazzastück nach dem reichlichen Sedermahl), c) Mezizah vun an alt'n "Ger„ (das Aussaugen der Mila-Wunde eines bejahrten Proselyten). (Mitgeteilt von C.F.Kalmanowitz aus Kansk, Sibirien, Bernstein 2380.) 12. Mi (man) kormet (russ. bewirtet) em (ihn) mit T'ruzini (nur mit Entschuldigungen, Antworten, mit leeren Worten). Ein Jeschiwa-Baehur (armer Talmudstudent) beklagt sich bei seinem Chawer (Kameraden), daß leider alle Hausfrauen, bei denen er ,,Tage" ißt, ihn immer nur mit bloßer Kasche" (russ. =- Grütze, Brei, aber talmud. Nv^1p schwierige Frage, Problem) bewirten. — „Ei, Bruderleben", bemerkt sein Kamerad, „mir geht's noch ärger. Dich bewirtet man wenigstens mit Kasche, mich aber bewirtet man immer nur mit T'ruzim (Antworten, mit leeren Worten). Komme ich zum Frühstück, so sagt die Wirtin: Entschuldigen Sie, heute waren wir unwohl und haben darum nichts Rechtes zu

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