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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1910-01-01 · 1 (1910) · p. Seite 139

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
13 (1910)
Issue
1 (1910)
Date
1910-01-01
Page
Seite 139 (sequence 163)
Language
German
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- 139 - pflegten zu ihrer und ihrer Gäste Belustigung einen armen Juden in ein Bärenfell zu stecken, gaben ihm zu seiner Verteidigung ^inen dicken langen Stock in die Hand und ließen dann auf den Unglücklichen eine Meute wütiger Hunde los. Der Arme, von den Rüden zerfetzt, schrie natürlich entsetzlich, woran sich die Herren nach Herzenslust weideten], 209. Dos is a Kapore =Hähndl (mager). 210. As er trinkt aus abissl, is die Welt saine. Ähnl. im Russ. 211. S'is hafle wofela. a) Pile plojm [unglaubliche Wunder]. b) Dos is an-Antik. 212. Des Jeschibabochers Etymologien: Kläusl (Klaus) Kohols Haisl. Madame DI-HD fragt nicht nach der Mikwe. Komare (russ. Mücke) HfcOCÜ Jarmolke (Jiidenmütze) '»p'PND NT. Lajdak (Unzüchtiger) pH is1?. Kozere (Ofenschürer) jn H>*p. Lopete (Schaufel) NE ^b. Kug'l (Sabbatspeise) ^UJJ?. 213. Sdrawje schelajem (russ. — wünsche Gesundheit, gratuliere), L'schono haboo b'jruscholajm (im künftigen Jahr in Jerusalem). Mitgeteilt in Irkutsk von Herrn Anwalt Krol aus Krula, Gouy. Mohilew. Jüdische Schwanke, Scherzfragen und Wortspiele aus Rußland. Von S. Beilin. 1. Waiber, Waiber, nit stupt sach, die Kaduschke (das Fäßlein) ruckt sach. [Vor Alters wurde der Vorleser in der Weiberschul in eine Art Faß gestellt.] (Mitgeteilt von Herrn D. Deutsch aus Kurland). 2. Besser der T . . .'sl vu a Gäns'l (einer Gans), eider (als) die Hälsl (das Hälslein) vun a Chas'n. [Beim Gottesdienst, wenn die Gemeinde hungrig ist, ist es ihr lieber, zum Mittagsmahl zu gehen, als in der Synagoge zu verweilen, um den Gesang des Kantors zu hören]. (Vgl. Sprüche 25,20 jn 2b bv cnt&Q "Wl). 3. Vnn wanen is gidrungen (woraus ist zu schließen), as a Chas'n is a Narr? Vun Possik (Spr. 21,30): HIGH Hern j\X 7H ^rJ? Pl^y pfcO (vor Gott ist keine Weisheit, keine Einsicht noch Ueberlegung). 4. Var wos sogt men: Zores rabbim chazi nechome (allgemeine Leiden sind schon ein halber Trost)? — Antw.: Wail er (der Mensch) laidt, wos em (ihm) is nit gut im wos jenem (dem anderen) is gut. Ober zores rabbim (wenn aber alle leiden) laidt er nit mehr, as wos em is nit gut. (Mitgeteilt von Herrn Chasanow ans Cherson.)

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