Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1910-01-01 · 1 (1910) · p. Seite 123

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
13 (1910)
Issue
1 (1910)
Date
1910-01-01
Page
Seite 123 (sequence 147)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2638044-2638092-2638093--0985-2640832
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

— 123 — Juden anderer Länder härtesten und finstersten Jahrhundert des Mittelalters, dann die Spuren, welche bis zum 19. Jahrhundert führen, und daran schließt sich eine ungeahnte Masse von Werken dieser Art, welche das letzte Jahrhundert hervorgebracht hat. Eine große Anzahl dieser Piecen sind von amerikanischen Juden verfasst, welche die ungastliche osteuropäische Heimat mit dem Lande der Freiheit vertauscht haben. Für die Folkloristik der Juden liegt hier ein ungeheures Material vor, das noch der Bearbeitung harrt. Ein vorzüglich gearbeitetes Register orientiert über die Arbeiten, die sich an das "Werk Davidsons anschliessen können und müssen. Es würde sich z. B. der Mühe lohnen, die Parodiena auf Sprichwörter besonders zu bearbeiten, die parodistische Auffassung der einzelnen biblischen Bücher darzustellen (siehe im Register den Artikel: Bible). Dem Verfasser kam es darauf an, sich auf das Gebiet eigentlicher Parodien zu beschränken. Aber eng mit diesem Thema verwandt sind die Travestiden, ich erinnere an O^IOPI r\2)22 a*s Travestie des More Nebuchim (Steinschneider. Hebr. Übers. S. 418), an die Satiren, wie das berühmte ^pH'D&O TIH b& welches nicht eine beabsichtigte Parodie ist, aber im Wortgebrauche aus Parodien, freilich bitter ernsten, auf Bibeiverse zusammengesetzt ist, wie z. B. die Stelle am Anfang: pb rviD bv rxicb cb*\y bw ^bn i?i2 >2N ^b )t:v£ na TO] wo jedes Wort eine Parodie auf den eigentlichen Sinn der Bibelphrase ist. Ferner gehört hierher das grosse Gebiet der parodistischen Anwenduag von Bibelstellen in den Piutim, wie z. B. in der Selicha zu Mincha an Jörn Kippur (nach TICD T.tn?-) "6HD niD ^3 TtfE&i ^byth so xtr w«, weiterhin die Paronomasieen, wo einzelne Worte durch Veränderung eines Buchstabens einen anderen Sinn annehmen, wie die bei Steinschneider, Hebr. Übers. 879, 959 angegebenen OViD GTitf> r6öP Pi^H usw. Aus dem überreichen interessanten Material desVerfassers sei noch auf die köstlichen Parodieen zu ch^V jH^ S. 39 u. 51 aufmerksam gemacht: -j^pj nbty |HK und -j^pj db])^ ]HN und auf die Phrase des „Hörneraufsetzens" S. 14, No. 56: .tud pp nvn -ponn yv *6i Das Buch ist gewissermassen ein Museum für die jüdische Parodie. Jetzt tritt die Aufgabe an den Autor heran, die einzelnen Stücke zu bearbeiten und 211 erklären. Für diese Arbeit ist keiner so berufen, wie der Autor selbst. Möge er zu dieser Arbeit Kraft und Muße finden! Rabbiner Dr. Löwenthal-Hamburg. A. Nordniann, Der israelitische Friedhof in Hegenheim, in geschichtlicher Darstellung, Basel 1910, Wackernagelsche Verlagsanstalt. Fr. 5. Nachdem Dr. M. Ginsburger, der vortreffliche Geschichtsschreiber derelsässischen Judengemeinden, den Friedhof von Jungholz behandelt hatte, entschloß sich der Verfasser, den mit Hegenheim seine Familiengeschichte verbindet, den dortigen Friedhof zu beschreiben. Dieser Akt der Pietät hat sich zu einem Verdienst um die jüdische Wissenschaft ausgewachsen. Sehr beachtenswert sind die Stellen, die von den jüdischen Münznamen (S. 97), vou jüdischen Kunstausdrücken, wie „Sbibohsack" (das.), Wimpeln (34) u. a. m. handeln. Das schön ausgestattete Buch bedeutet einen brauchbaren Beitrag zur Geschichte der Juden im Elsass. M. Ans einer stillen Welt. Erzählungen aus der modernen jüdischen Literatur. Ins Deutsche übertragen und eingeleitet von Th. Zlocisti. Berlin 1910, Winz u. Co. 2 Bde. Brosch. Mk. 5,50. Die tief umpfundene, schöne Einleitung führt in eine stille Welt ein, aus der nur ganz verhalten hier und da ein-Lachen klingt. Stücken, wie Perez' „der Zauberkünstler'1 und Spectors ,,Streik der Schnorrer^ im ersten und Scholoum Aleichem's ,,Heimreise zum Passahfest" im zweiten Bande, um nur einiges aus der Fülle hervorzuheben, ist bleibender Wert gewiß. X. Illustrierte Völkerkunde. Unter Mitwirkung von Dr. A. Byhan(Nord-, Mittel-, Westasien und Europa), W. Krickeberg (Amerika), Dr. ß. Lasch (Einführung), Prof. Dr. Felix v. Luschan (Afrika), Prof. Dr. W. Volz (Süd- und Ostasien), herausgegeben von Dr. Georg Busc h an. Mit 17 Tafeln und 194 Text-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.