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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1910-01-01 · 1 (1910) · p. Seite 118

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
13 (1910)
Issue
1 (1910)
Date
1910-01-01
Page
Seite 118 (sequence 142)
Language
German
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— 118 — Dieser zeitgeschichtlichen Erklärung entnehmen wir, daß Besprechungen in der Landessprache üblich waren und nur gegen die hebräischen Bibelzitate und die Benutzung eines Gottesnamens auf indezente Weise nach dem Ausspeien Einwand erhoben wurde (vgl. Maimuni, Ty 'n XI, Tur JD179). Zu diesen Besprechungen gehört auch das schon in talmudischer Zeit bekannte Messen, Spannen (rTTHD), welches im Mittelalter besonders gegen Kopf- und Augenschmerz angewendet wurde. Elieser b. Joel halevi gestattete es auch am Sabbat, Mose hakohen aus Mainz verbot es, doch Meir b. Baruch von Rothenburg sah darin nichts Unerlaubtes. Der Vorgang war folgender: Man nahm den Gürtel des Leidenden,, maß mit demselben dreimal drei Ellen und sagte eine Beschwörungsformel über das Messen her. Besonders Frauen übten es. Abigdor hakohen erzählt, daß sein Lehrer Simcha b. Samuel aus Speyer einst am Auge gelitten und eine Frau ihm (Abigdor) eine Besprechung mitgeteilt, die er dann des Sabbats am Morgen und am Abend angewendet habe. Aehnlich mag wohl auch das Umspannen des wehen Auges mit einem Ringe gewesen sein. Quellen: Gutachten des Meir v. Rothenburg ed. Prag No. 512: rara "PJTD HN1D") nwyb "VY1D (im Register der von M. Bloch edierten Prager Ausgabe: "PDTD). Das unverstandene Fremdwort erlitt von den Abschreibern viel Ungemach. Taschbez Nr. 45: TON^D, Hag. Maimuniot, Sabbat XXIV4: T'OID, Mordechai, Sabbat 528 hjpd- (ib. 499 nwrb NO"D p:D dtidid bewährte Besprechungen z. B.)< vgl. Güdemann, Erziehungswesen I 215 not. 1. Richtig heisst das Wort: paumer messen oder das Hauptwort paume. Meir Rothenburg ed. Prag 55. (= ed. Lemb. 155): Tyn T.jn T-roN vnb müh nnN ntwo pyn nnD&y wn itin nypu/ tot^n -Y'irr .min n"m mim npirü pyn by rotso *b wnh rvm wnb- Parnes Nr. 282: rotfiQ MtttCü wnw ^üb TJPin lT\üb djh aus Abi ha-Esri. Tur Orach Chajjim 306. pnptb&y t^jon nyD by nwnbüvf wnbr .rnnon by wnhn 'ini D^yn 'i h.dn 'j in p-nai mw SA OCh. 306 7 Jore Dea 179 h. Raschi Sanh. 101 a vox pyn ^D: iTjn wntP DIN*? pttnyitf .njncn j^po Instruktiv ist für mittelalterliche Anschauungen eine Mordechai- Glosse zu Ab. Zara II (Mordechai-Handschrift der Pariser Rabbinerschule aus dem Jahre 1403 p. 94): by ^ivb mnbb (n^h) orb rvzrb Tnn b"i otd Vin niDt? "»nyotiri n^i nNiöin d^dtü nvonn 'dnhp Ftpd^d omo Tin deo 'ini iroo .n'jn D^ipni v6nn on^TD dn i^dn Nmpoj ph m^on: „Ich habe gehört, daß mein Lehrer R. Mordechai s. A. Christen erlaubte, die Wunde eines Juden zu besprechen und im Namen des R. Menachem aus Speyer sagte, daß die Laute die Heilung bewirken und nicht die Worte (der Besprechung) —, darum darf auch ein Christ besprechen, selbst wenn er den Namen Jesu und der Heiligen dabei nennt."

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