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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1910-01-01 · 1 (1910) · p. Seite 95

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
13 (1910)
Issue
1 (1910)
Date
1910-01-01
Page
Seite 95 (sequence 119)
Language
German
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— 95 — ind schwer, / alle Teg mehr ind mehr. / Ist es denn in Himmel so recht, / man soll Jeinkew's Kind varkojfen far ein Knecht?4' Rachel tröstet ihn, daß die Knechtung Israels in Aegypten nun einmal beschlossen sei, die sich doch an sein Schicksal knüpfe. Seinem Vater sei es auch nicht besser ergangen. Die Midjaniter beobachten Josef bei diesem Zwiegespräch und halten ihn für geistesgestört. Eachel ermahnt ihn, sich zu fassen und seinem Herrn treu zu dienen. Der zweite Akt zeigt uns die Brüder daheim beim Vater. Auf seinen Wunsch bringen sie einen Wolf herbei, der vorgeblich Josef gefressen habe (ursprünglich wollten sie ihm einen „Bären" aufbinden). Der Wolf beteuert seine Unschuld und Jakob entläßt ihn mit den besten Wünschen („Zieh in Frieden nach deinem Bagehren, ind Gott soll deinen Schmerz von dir abwehren"). Unmittelbar und ganz unvermittelt darauf verlangt Pharaoh nach einem Traumdeuter. Potifar (!) verweist auf Josef, dieser erringt die Herrschaft über Aegypten (Pharaoh: „Ich will schoin in Rih sitzen ind dein Schatten mird mich beschitzen"), er fährt im königlichen Wagen aus, der Marschall verkündet in ihm den neuen König. Der dritte Akt führt wieder in das Zelt Jakobs. Er schickt die Söhne um Getreide, jeder soll durch ein anderes Tor in Aegypten einziehen. Der vierte Akt spielt in Josefs Palast, der fünfte unterwegs (Issachar findet zuerst das Geld im Sack), der sechste bei Jakob, der siebente bringt die Erkennungsszene, Josef schickt die Brüder zu Jakob (Erkennungszeichen: „wenn er hot mich zi eich geschickt, / hoben wir dus Gebot vin Eglu arifu durchgeblickt"). Mit einem Dankgebet Jakobs schließt das Stück. Einige Verse aus einem Josef spiel, wie sie es in ihrer Jugend von jüdischen Schneiderburschen hat singen hören, zitiert Pauline Wengeroff (Memoiren einer Großmutter, Bd. II, S. 53 f.), einige andere Leopold Stein in den Erläuterungen zu den Oppenheimschen Familienbildern (Frkf. 1866, S. XII), auch Zangwill hat sich den dankbaren Stoff nicht entgehen lassen. Die Quellen für die Ergänzungen, die der biblische Text in diesen jüdischen Josefdramen erfährt, fließen zunächst in der jüdischen Tradition. Nach den Pirke E. Elieser (vgl. Jew. Encycl. VII, 250) klagt Josef die Söhne Bilhas und Silpas beim Vater an, sie hätten nicht rituell geschlachtetes Fleisch gegessen. Nach E. Juda hätten die Söhne Leas jene „Sklaven" geschimpft, nach E. Simeon sagt Josef ihnen allen nach, daß sie sich mit den Töchtern des Landes vergangen hätten. Josef lernt bei seinem Vater H&Lacha, er folgt seinem Auftrag, obwohl er die bösen Absichten seiner Brüder kennt, Engel begleiten ihn nach Dotan; Simeon wirft ihn in eine Grube voller Schlangen und Skorpione, vor denen ihn Gott bewahrt; die Midjaniter hören Josef schreien und helfen ihm aus der Grube; die Brüder geben Josef für einen rebellischen Sklaven aus, die Midjaniter zweifeln daran, es kommt zum Verkauf; am Grabe der Mutter hält Josef mit dieser Zwiesprache, er wird von den Mid- 7*

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