Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 13 (1910)
- Issue
- 1 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 114)
- Language
- German
- Belongs to
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— 90 — Sprichwörter und Redensarten aus Rußland. Von S. Beilin, Irkutsk. Bearbeitet von Dr. Marmorstein, Skotschau, (Fortsetzung.) 8. As mi leigt sach in die klajen. Schlepn awek die Chaseirim. Bernstein Nr. 3370. 9. Geld verloren nichts verloren, Mut verloren alles verloren -— asei sagt der Taitsch. (Dieses Sprichwort is sehr volkstümlich in Lithauen). Bernstein Nr. 915 hat die Var. Geld verloren, halb verloren, Mut verloren, alles verloren. 10* Baitn a Sliche af a Kine oder baitn dem Sseider: A anssicho of ahallo. 11. Afule zu derzeilen, un weinig zu hern. (Viel zu erzählen und wenig zu hören.) 12. Der Teid (Tod) is kein nkome (Rache) nit.1) 13. Wos zu is übrig (zu viel, nicht gut). Z. B. Zu gut, zu schiecht, zu klug etc. Vgl. im Hebr. «01 D23 1JV bl. 14. Gihert singending un weiß nit klingendig2) oder Gihört klingen un könn nit nachsingen. Ähnl. russ. 15. Klug wie der leimener Krug. 16. A scheine (schönes) Meidl (Mädchen) Hälft Ndan. (Mitgift).2) 17. Wer's weint wos die Perl is schitter un wer's weint wos der Breit (Brot) is bitter. Einer weint in Wohlstand, der andere in Not.3) 18. Wernen mifn (einem mit dem) Scheffl un wemen mit'n Löfl (Löffel) un wemen gar nicht. Der eine hat viel, der andere wenig und der dritte garnichts.4) 19. Af die Geld steit die Welt. D.H. Geld regiert die Welt. 20. Wer s'hot die Meie (100: viel Geld) sagt (oder hot) die Deie (njn die Erkenntnis). 21. Aich grössers un mir bössers. *) Im Ms. alle drei Mai ^IKfc vielleicht Vorteil Verdienst (?). 2) b)üb *w ^ittöan m lt rwpni wwi w »in prr& •wot n:wn nnn bw* •»» ctorßi ■»mjAd -Kinrw. r&iyn 0 Vgl. Bernstein Nr. 1705. *) Vgl. Bernstein Nr. 2175. 8) Vgl. Bernstein Nr. 1422. Die ganze Welt sorgt: di sorgt, was die Perel senen ihr zu schiter, ün die andere sorgt, wos die perelgrir ist ihr zu schiter (Var. was der Kaiisch [Samstagbrod] is ihr bitter). *) Vgl. Bernstein Nr. 853. Einer gibt mit Lefl — der anderer gib mit. Schefi. (Fortsetzung folgt.)