Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 13 (1910)
- Issue
- 1 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 113)
- Language
- German
- Belongs to
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- 89 — einander zu halten und kegen denselbigen gehen [mit allen Mitteln, um mit aller Möglichkeit zu verhindern], daß nur kein fremder Jehude hieher ziehen soll und wenngleich, wenn man [deswegen Ausgaben] haben mußte, [soll man sich darin unterstützen. Obiges hat man für ewige Zeiten auf sich genommen und bleibt es unabänderlich]. 207. [Im alten Pinkas findet sich eine Verord.] über Wachnacht und Fartel1) sowohl von [Verwandschaft] als auch vom Sandek, datiert ll.Schebat 480, (1720). [Manche G. M. haben das Amt eines Sandek aus Angst vor großen Ausgaben] für die Wachnacht [abgelehnt. Wir haben es deswegen zum Beschlüsse erhoben, daß der Wöchnerin nicht mehr als V2 Gulden gebührt, der aber den »guten Frauen der Chewra Kadischa«] gehörig sein soll. Auch ist [beschlossen worden], daß ein Unterführer unserer [Gemeinde] zu Fartel1) nicht mehr [verpflichtet] ist, auch nicht mehr kann angehalten werden, als 45 Zalmer — und ein Sandek [nicht mehr] zu geben Fartel1) als V2 Gulden und ein Seidel Branntwein. Hingegen sind sie vor allem anderen frei und brauchen nichts mehr zu geben. 208. [prisr, dies mein Name und und meine Handschrift, das Beschneiden ist mein Beruf und die Kinder unter die Fittige der Schekina zu führen.2) Ist eine Wöchnerin bei uns, die einen Knaben geboren] und es findeten sich einige [G. M. die Beschneider] sein möchten, soll jedemal [das Amt] herum gehn. Nachtrag. Dank der freundlichen Anregung des Herrn Prof. D. Sirnonsen, Kopenhagen, bin ich in der Lage, Folgendes nachzutragen : 1. Moses Chasan um 1723 hat seine Verordnungen als n^npn erlassen. (Vergl. §§ 3 u. 205.) — 2. Die Identifizierung von »Henich« mit »Henoch b. Jehuda« führte zur Auffassung, daß dieser »Henich« auch ein Verwandter jenes ersten Kuttenplaner Rosch ha-Kahal gewesen sein könne, der sich Löbl Hönig nannte. (Vergl. § 8 u. Note.) — 3. Der Rabbiner »Jahuda« heißt stets mW1, einmal auch KTiriiO. — 4. Das Wort ifc^p (griechisch y.6Ck%'f\ Urne) habe ich mit »Klappe« wiedergegeben, weil: 1. das Wort »Klappe« noch heute gebräuchlich ist; so heißen nämlich die starken Papiersäckchen, die je eines für jeden Baal ha-bajit, die »Pletten« aufnehmen, auf denen die Spenden an Feiertagen notiert werden. Der Plural im Jargon »Klapys«. 2, Gibt der Schreiber das Wort »Urne« oder Büchse immer durch neip, im Jargon »Pyschky«. (Vergl. § 27.) — 5. Je ein mmn TP wurde täglich in der Synagoge rezitiert und wurde für das ganze Jahr an sieben Gemeindemitglieder »verkauft«, so daß jeder Tag seinen eigenen *nrpn TIP b])2 hatte. (Vergl. § 40 u. Note.) —- 6. Durch versehentliches Ausfallen einiger Worte ist manches unverständlich geworden. Im Texte soll es heißen: »Entlassungs und Fund-Urkunde und für ein Testament, in der Note D"nittö HW, flWttD, JHD JMOlÄDl (natürlich nicht jnt). (Vergl. § 47 u. die Noten.) — 7. Die Note zu § 90 Anf. fällt aus. — 8. Unter »Nedarim« in der 1. Anm. zu § 97 versteht Herr Prof. Simonsen jene Stellen der Bibel, die mit höherem Ton »gelaint« werden. — 9. »Der Ausdruck "03 paoS (§ 205) geht auf die Omerzählung, also: »Der neunte Tag von denjenigen, die die Kinder Israels zählen 24. Nissan.« ■*