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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1910-01-01 · 1 (1910) · p. Seite 66

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
13 (1910)
Issue
1 (1910)
Date
1910-01-01
Page
Seite 66 (sequence 90)
Language
German
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— 66 — 48. [Der Vorsänger hat jedem der zur Thora am Simchat- Tora aufgerufen wird »Mi Scheberach«1) zu machen, die Spende gehört dem Vorsänger. 49. [Dem Vorsänger], wenn er [Schächter ist], oder wenn er nicht die [Schlachtung] versieht, sondern es wäre ein extra [Schächter] gehört ihm nämlich: [von einem Koscher-Rind] das ganze Rotfleisch mit den Lichtl, [das Herzfett und 2 Füße], wann es aber »trefe« ist, gibt der [Fleischer] anstatt [obiges] 12 Zalmer; für Kleinvieh »koscher« oder nicht, I Zalmer; für ein [Kalb] I Zalmer und die [Milz]. 50. [Der Schächter] hat jedem G. M. 10 Gänse unentgeltlich zu schlachten, was mehr darüber muß [dem Schächter gezahlt werden, je 1/2 Zalmer [pro Stück]. Was fremdes [Fleisch zu uns] kommt, muß dem [Schächter] gezahlt werden [von jedem viertel Rind] 71/2 Zalmer, wann aber ein [Viertel]2) 30 Liter oder weniger wägt bekommt er nur 6 Zalmer. 51. [Hingegen] haben die [Angestellten] zu versehen nämlich : [der Rabbiner hat am »Großen- und ßuß-Sabbat« in der Synagoge zu predigen, am Rüsttage des Neumondes Nissan nach dem Statute der »Chewra Kadischa Gomle Chesed«, wofür ihm extra von der Chewra 30 Zalmer bezahlt werden und für denselben Preis Totenwache zu halten3). 52. [Der Rabbiner hat rituelle Fragen4) unentgeltlich zu entscheiden.] pag. 13 b. 53. [Jeden Rechtsstreit von 2 Q. M., oder]5) wenn auch der Gläubiger ein Fremder wäre, hat [der Rabbiner] vorzunehmen, die Parteien müssen aber [nach Vorschrift] zahlen. 54. [Der Rabbiner hat die Aufsicht über den Schächter und muß ihm letzterer zu jeder Zeit, das Schlachtmesser zur Begutachtung vorlegen, bei einer Unregelmäßigkeit hat der Rabbiner bei dem Vorsteher sich zu beschweren].6) 55. [Der Rabbiner hat an jedem Sabbat eine Stunde vor G. M. und Knaben »Schiur«]7) zu sagen. 56. [Der Rabbiner hat allwöchentlich die Kinder] zu ver- *) Bekannter Segenssprucb, der mit diesen Worten beginnt; in vielen Gemeinden bereits abgeschafft. 2) yon tae. s) pnn -»»d vn -nsjw *fna tex imbb oai 4) -ixvni idtoi nbxv* ») onm pn nrx ntopn ^ao mxb .t,t oa oai* 6) np"iai .ibto im paen mnpnn jn mwn by nwrß wmp du «rwn b%* vn jwpv dksi wtb pso mmn1? mwn n^nno narw Dys to» ^zynb mbmzi .nbnpn "»»an cert« vsb mi ytfrrt a^ino pins *te -on vnnn in« mubi «mm. 7) Das Wort als solches hat sich in Kuttenplan bis auf den heutigen Tag erhalten, mit dem Unterschiede aber, daß man darunter »5 Kap. Mischnajot« die auf Wunsch der Partei, von dem jeweiligen Rabbiner vor einem Minjan vorgetragen werden, versteht.

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