Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 13 (1910)
- Issue
- 1 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 54 (sequence 78)
- Language
- German
- Belongs to
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— 54 — 8. Liturgie. Einem in der Bibel und Tradition in seinen verschiedenen Bedeutungen so weit verbreiteten Worte mußte der gebührende Platz auch in der Liturgie eingeräumt werden. Der Pijjut, die poetische Bearbeitung des Midrasch, greift bei jeder Gelegenheit zu dem Worte, so oft es ihm die Tradition darbietet. Der Pajtan will nach Horaz'scher Vorschrift belehren und ergötzen. Er umfaßt daher den ganzen auf das betreffende Fest sich beziehenden biblischen und traditionellen Stoff, den halachischen und agadischen und hüllt ihn in ein dichterisches Gewand, das allerdings oft mehr Gewand als dichterisch ist. Schon beim Eintritt in die Laubhütte bitten wir, Gott möge uns sitzen, uns Schutz finden lassen im Schatten seiner Flügel1). Denn zur Erinnerung an die Wüstenwanderung wurden wir belehrt, »im Schatten der Hütte Schutz zu suchen, dem Gesetze entsprechend sieben Tage darin zu weilen«2). Es freuen sich an ihren Festen die Geliebten und Teueren, sieben Tage im Schatten der Hütte Schutz zu suchen3). Sieben Tage seien sie vergnügt im Schatten grünender Zweige zum Zeichen der sieben Wolken4). Und wie das biblische, so wird auch das traditionelle Gesetz. erwähnt: »Mein Volk erfüllt das Gebot der Hütte mit ihrer Decke und ihrem Schatten«5). »Die Glänzenden erleuchteten mit ihrem Worte, daß wenn mehr Sonne als Schatten ist, so entspricht es dem Gesetze nicht, nur im anderen Falle ist es giltig«6) Gott sagt zu seinen Frommen im Eden: Ich habe ein kleines Gebot: die Fragen und Erklärungen der Laubhütte, vier Wände und Schatten darüber; entfernt euch nicht von ihr7). Bei den anderen Festtagen spielt der Schatten auf halachischem Gebiete keine Rolle, aber die Agada kommt mehrfach zu Wort. Wie einst die Wolken dem Volke zum Schatten des Tages dienten, so wird die eingestürzte Hütte Davids ihnen — wie die Nacht — zum Schatten des Tages dienen8). Die Egypter knieten bei ihrem Sturze nieder, beugten sich, als ihr Schatten von ihnen wich9). Er stürzte seinen Bedrücker in die Fluten. Er hörte mich in meiner Not; in meinem Schatten suchet 1) -psas bx -ir.oa nionbi mvb nint *b jrmi. 2) n^inon*? nyns> miba piro nx bm mon Sukk. I Enn, 3) nyzw hsb bxz mon nwyy\ d^w Dmnn ln»^ Sukk. Ii )t\qw\ *) nyzvb |b*b a^jn bm yzv r\mb awy. Das. im. über die Israel in der Wüsre begleitenden sieben Wolken, s. Num. r. 1, 2. Mechilta Beschall. 30. Weiß u. Parall. 6) mjhAitoi ftwa Sukk. Ii npa 6) nws ixb bjo mm xbv nnbxD nm» nriöiw Sukk. Chol ham. vii* Juda ha-Lewi singt bei einer Hochzeit: nöptM rrtjb rioril rDb 1JW 91, p. 318. 1 7) Sukk. das. 8) dövi b$ b*>b* d"»mdd wbb$ döt» bx pya nrnm das. II itf*, 9) üb$ Drt^yo rtnb nbt>:z ioip tf-te Pesach. VII ^x-