Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 13 (1910)
- Issue
- 1 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 74)
- Language
- German
- Belongs to
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— 50 — wunde Stelle tiefer zu liegen scheint als die Haut, um für unrein erklärt zu werden, wird das Bild von der Sonne genommen, die tiefer als der Schatten zu liegen scheint1). Wenn man vor einem Lichte steht, wirft der Körper Schatten. Ist man von Lichtern umgeben, so entsteht kein Schatten, nicht etwa, als wäre dadurch die Finsternis aufgehoben, sondern es wurde da Licht geschaffen, wo es früher fehlte. Denn Finsternis ist nicht anderes, als Fehlen des Lichtes. Wäre der Schatten das Gegenteil und nicht bloß das Fehlen des Lichtes, so müßte man, wenn ein Körper von Lichtern umgeben ist, den Schatten am Körper wahrnehmen, was aber nicht der Fall ist2). Wer sich die Schönheit R. Jochanan b. Napachas vorstellen will, nehme einen silbernen Becher, wie er aus der Werkstätte kommt, fülle ihn mit Kernen roter Granatäpfel, umgebe den oberen Saum mit roten Rosen und stelle ihn so zwischen Sonne und Schatten3). 6. H a I a c h a. Eine Hütte, die nach jeder Hinsicht regelrecht gemacht, aber nicht zu rituellem Gebrauche, sondern bloß zum Schatten bestimmt ist, darf als Laubhütte zum Hüttenfeste gebraucht werden4). Eine Hütte, die höher ist als 20 Ellen, kann zu rituellem Zwecke nicht gebraucht werden; auch dann nicht, wenn mehr Sonne als Schatten ist5). Die Höhe ist nach R. Seira daher von besonderer Wichtigkeit, weil man über 20 Eilen Höhe schon nicht im Schatten der Hütte, sondern in dem der Wände sitzt, während es von der Hütte heißt (Jesaja 4, 6), daß sie tags zum Schatten diene6). Wenn man eine Hütte unter einem Baume baut, ist sie nach Raba zu rituellem Zwecke brauchbar, aber der Baum muß mehr Sonne als Schatten geben. Ebenso ist, wenn man zwei Hütten über einander baut, die obere brauchbar. Es gibt aber Fälle, wo beide entsprechen oder nicht entsprechen7). Man darf im Schatten einer Aschera nicht sitzen8). Schon Raschi bemerkt, daß da nicht der Schatten unter dem Baume, sondern der außerhalb des Baumes sich dehnende gemeint sei. Wenn nämlich die Sonne im Osten oder Westen steht, hat jeder Körper einen langen Schatten, steht sie aber am Zenith, ist der Schatten nur unter dem Körper. R. Jochanan nennt den Schatten, dessen Länge der Höhe des Baumes entspricht, Schatten der Höhe *) Schabuoth 6 b |ö nplDJff! Hört niTM. T. Neg. I, 618, 18 ttiOö ■b$2 nm naiös piöjf rono nona f?s nmas jrsav rona» 2) Saadja, Em. Ved. I, 2. 3) B. mezia 84 a. *) Sukka 12a, 15a; Mann. H. Sukka V, 9. B) nnV«äto mne nnon M. Suk. i, l; Sch. Ar. o. Ch. 631. jnw nrm ß^nstöö fWlDTO Machs. Vitry 450. «) Sukka 2a; j. Sukka 51 d, 15. 7) T. Suk. I, 192, 12; b. Suk. 9b; Sch. Ar. O. Ch. 626, 1. 628, 1. 8) M. Ab. zara III, 8. Maim. H. Akk. VII, 11.