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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1910-01-01 · 1 (1910) · p. Seite 49

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
13 (1910)
Issue
1 (1910)
Date
1910-01-01
Page
Seite 49 (sequence 73)
Language
German
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— 49 — entfaltet er vom 1. bis 16. Tammus, später schon weniger und hält sich immer im Schatten der Man1) auf, aber auch im Morgen- und Abendschatten, der keine Elle groß ist, besonders aber im Schatten des secessus. Der zweite heißt onna iw> aap (Ps. 91, 6). Dieser herrscht nur Nachmittag und wird im Ziegenhorn gesehen, wo er sich wie ein Sieb herumdreht2). 5. Naturbetrachtung. Im Talmud wird darüber gestritten, ob das Morgenopfer bis zur vierten Stunde (10 Uhr) oder bis zur sechsten (12 Uhr) dargebracht werden könne. Es werden Beweise angeführt aus Ex. 16, 21; Die Sonne brannte und es (Manna) zerfloß. Dies bedeute die vierte Stunde, weil da die Sonne brennt, aber der Schatten noch kühl ist. Hingegen ovn Diro (Gen. 18, 1) bedeute die sechste Stunde, wo der Schatten auch schon warm ist, oder wo nach R. Tanchuma die Geschöpfe keinen Schatten haben3). Abraham verrichtete das Abendgebet zur Zeit, wo die Wände Schatten zu werfen beginnen. Nach Raschi zur siebenten Stunde, wann die Sonne am Horizonte steht, nach Aruch, wann die Ostseite der Mauer Schatten wirft4). Wenn man verhindern will, daß ein wildes Tier im Schatten eines Grabes ruhe — etwa eine Vorsichtsmaßregel gegen die Hyäne —, so stecke man ein Rohr in die Erde, wo das Grab ist, zur vierten Stunde des Tages, weil zu dieser Zeit die Sonne heiß und der Schatten kühl ist und da sucht das Tier den schattigen Ort auf. Wohin sich nun der Schatten des Rohres dehnt, dort verflache man möglichst die Seite des Grabes, damit es nach dieser Richtung hin keinen Schatten werfe. Wenn später auf der anderen Seite Schatten ist, das tut nichts, da das Tier sich mittlerweile einen anderen schattigen Ort suchte5). Drei Hirten wollten sich darüber Gewißheit verschaffen, ob sie jetzt den Monat Sebat oder Adar haben. Da sagte der eine: Wenn morgens so kalt ist, daß der Ochs zu erfrieren droht, mittags aber solche Hitze herrscht, daß er in den Schatten des Feigenbaumes flüchtet und sich dort niederstreckt, dann ist Adar6). Wer die Höhe eines Baumes bemessen will, der bemesse zuerst die eigene Höhe und deren Schatten, dann den Schatten des Baumes. Im Verhältnisse, wie der eigene Schatten länger oder kürzer ist als der Körper, in demselben Verhältnisse steht der Baum zu seinem Schatten7). Bei der Beurteilung der Hautkrankheiten (Lev. 13), wo es immer darauf ankommt, ob die *) JOtfn eine sonst unbekannte Pflanze [Vielleicht Meerzwiebel, Low]. 2) Pesach. 111b. Die alten Übersetzungen: Targ. LXX Peschito tibersetzen nttp mit rm oder «w. Näheres bei Grünbaum a. a. O. 96. 3) Berach. 27 a; j\ Berach. IV, 7, 10; Mechilta Beschall. 58 a. Weiß,. Gen. r. 48, 8 und Jalk. z. St. 4) Joma 28 b, Aruch s. v. iw. 5) Erubin 43 b. 6) Sanh. 18 b; j. Sanh. 18 c, 52; j. Rosch Hasch. 58 b, 20. 7) Erubin a. a. O.

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