Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 13 (1910)
- Issue
- 1 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
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Es soll noch ein Sprichwort erwähnt werden: Iß Shalotten (eigentlich Zwiebel) und sitze im Schatten1). 4. Kabbala. Chamisso sagt: Die wir dem Schatten Wesen sonst verliehen, sehen Wesen jetzt als Schatten sich verziehen2). Dagegen lehrt R. Jizchak: Was bedeutet: »Auch wenn ich im Tale des Todesschattens gehe, fürchte ich mich nicht vor Bösem« (Ps. 23, 4)? Wenn einer im Schatten eines einzeln stehenden Baumes und in dem des Mondes schläft. Die bösen Geister nämlich fliehen das Licht und suchen den Schatten auf Wenn daher auf den Baum der Schatten eines anderen Baumes fällt, hat man nichts zu befürchten, weil der Dämon den Schatten des anderen Baumes aufsucht, nur darf der Baum nicht im Hofe stehen. Auch der Schatten des Mondes, d. h. der Schatten, der durch das Licht des Mondes entsteht, schadet nur auf der westlichen, aber nicht auf der östlichen Seite8). Es gibt fünferlei Schatten, die böse Geister bergen: Der einer einzeln stehenden Palme, eines Lotusbaumes (Zizyphus Lotus Willd), eines Kapernstrauches, eines Feigenbaumes, eines Azarolbaumes (Crataegus Azarolus L). Nach manchen auch der einer Euphratpappel. Im allgemeinen: Wo dichtes Laub und starke Dornen sind, da befinden sich auch Dämonen. Ausnahme bildet der Spierlingsbaum (sorbus domestica L.). Rab. Kahana hütete sich vor jedem Schatten. Die bösen Geister des Kapernstrauches heißen Geister (»nn), die des Azarolbaumes Dämonen (ktip) und die der Dächer heißen Brand (>D2n)4). In nbv id (Num. 14, 9) bedeutet bv nach Raschi und Abr. 1. Esra: Schutz; Nachmani bleibt bei der ursprünglichen Bedeutung des Wortes. Zu wessen Haupte in der Nacht am Hoschana rabba (omnn b**b) kein Schatten ist, der stirbt in demselben Jahre. Von diesen Völkern ist der Schatten gewichen, sie sind daher zum Tode verurteilt. In der Nacht des Hosch. rab. hat man am Schatten, den der Mond wirft, ein Zeichen, welchem Geschicke man im nächsten Jahre entgegensehe5). Wenn das Auge alles sehen dürfte, so könnte es in der Nacht des Sabbat, des Neumondes und der Festtage Gestalten an den n bxs Sttn bxz hvx Peszach. 114 a. J : t 2) Peter Schietniehl, Reclam p. 4. 3) Peszach, lila. 4) Kitt B. bathra 48 b jOTttfc KIHIT. Wljnj» KWD Peszach. 111b. ]Löw, Aram. Pflanzennamen. Bei den Ägyptern, Griechen und Arabern galt der Glaube vom schädlichen Einfluß der Bäume, wenn man sich länger in ihrer Nähe aufhielt. Grünbaum, Sprach- und Sagenkunde 101, Was aber den Menschen verboten ist, das durfte sich Gott erlauben. Als er den ersten Menschen s,chuf, legte er ihn zuerst in den Schatten, dem Winde ausgesetzt, dann an die Sonne, um ihn zu trocknen, damit er dadurch kräftiger und widerstandsfähiger werde. Dähnhardt, Natursagen lx 96. 5) Schulch. Ar. Or. Ch. 664, 1.