Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 13 (1910)
- Issue
- 1 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 69)
- Language
- German
- Belongs to
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— 45 — Proselyten zu machen und sie unter die Flügel der Schechinah zu bringen1). An anderer Stelle wird dieses Verdienst Abrahams mit anderen Worten ausgedrückt: Abraham erleuchtete die Augen der Menschen und brachte sie unter die Flügel der Schechinah2). Abraham selbst, als er die Erfahrung machte, daß alle Völker der Welt sich lobend über Israel aussprechen, ist auf den Oedanken gekommen Proselyt zu werden3). Er war der erste in der Welt, der unter den Flügeln der Schechinah Schutz suchte4). Die Völker der Welt schliefen, um nicht unter die Flügel Gottes zu kommen, aber Abraham erweckte sie dazu5). Als es Abraham unterließ, die erbeuteten Krieger unter die Flügel der Schechinah zu führen, mußte er dafür hart büßen. Sogar die ägyptische Sklaverei seiner Nachkommen hatte diese Unterlassung zur Folge6). Auch wegen Lot macht ihm Oott den Vorwurf: Andere hast du unter meine Flügel gebracht und deines Bruders Sohn Lot ist mir untreu geworden7). »Wer mich ehrt, den ehre auch ich«, sagt Gott, das bezieht sich auf die Proselyten, die von ihren bösen Taten ablassen und unter den Flügeln der Schechinah Schutz suchen8). Darum soll jeder Proselyte nachdrücklich unterstützt werden, um ihn unter die Flügel der Schechinah zu führen9). Wer ein Geschöpf (nns) d. h. einen Menschen unter die Flügel des Himmels (o>ö#n »dw r\nn) führt, dem wird es angerechnet, als hätte er ihn geschaffen10). Einst werden viele Proselyten und Sklaven unter die Flügel der Schechinah kommen11). Gott forderte die Völker auf, Buße zu tun und er wird sie unter seine Flügel bringen12). Auf dieser Welt werden einzelne auf Anregung der Frommen zu Proselyten, aber auf jener Welt werde ich die Frommen unter die Flügel der Schechinah bringen — sagt Gott18). Man soll auch von den Frevlern Israels Opfer annehmen, um!) Gen. 12, 8 'n -3 nnn ao^Drrti ona n^ao ^nnn Gen. r. 39, 16. Num. r, 2, 12. Schir. r. 6 b Romm. 2) Ti '3 nnn jmsdi mnan w by npan nniax oder n» nps» nr^on. Seder Eiiju r. 29, Friedtn. Ab. d. R. Nath. 27 a. Schechter steht irrig nsps* Pesikt. r. 43 tj *3 nnn nmnn na pff»SD w* 3) 'H '3 nnn Da3Xl n^nai *]b$ Jalk. Num. 7,45; Szeder EI. r. 146. 4) nf?nn 71 '3 nnn niDn? KStP Pesikt. r. 45 a, Frieden. 5) n"npn bw vws nnn k^d n^yn msia vn Jalk. Jesaj. 447. 6) Nedar. 32a. 7) ^öd ptö -pna p whi nnn d^sd nna nnna Jalk, indd 785. Im Sohar wird das Verdienst der Proselytenmacherei Moses zugeschrieben. anyssn nnn pwi aAjja1? kj?3*t i, 25 a. 8) I, Sam. 2, 30 »n '3 nnn n^om D*K3l Num. r. 8, 3, 9) Lev. r. 2, 9. 10) Ab. d. R. Nath. 27 a, Schechter, Peszikta Buber 124 a steht wohl auch D'ötfH ^33, aber wie schon Buber richtig bemerkt, muß es WH heißen, da zuvor von keine Rede ist. ") Sifre 21 a, Friedm. 12j V£>i3 nnn D3lpvj Schir. r. 32 b. Der Ausdruck wird nicht nur auf Proselyten, sondern auf jede moralische Besserung oder Bekehrung angewendet. ls) Tanchuma Buber, Gen. 54b. mm