Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 13 (1910)
- Issue
- 1 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
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— 13 — folglich bitte ich sie nochmahl, die ganzen Einkünfte d. h. meinen Theil, so lange sie Gott erhalten wolle, anzunehmen und nach ihren Ableben, welches Gott noch lange zum Glück der Ihrigen und aller, die sie kennen, verschieben wolle, zu behalten. Meiner guten Tochter Henriette Pereira Arnstein vermacheich die Interessen von den bey meinem Manne stehenden Capital sowie auch die Lose, die m i r gehören, ich zweifle keines Weges, das mein Mann so gut sein wird, ihr diese Interessen so, wie er sie mir gezahlt, zu geben. Meine große, schöne Perlen-Schnur, meine dazu gehörigen Ohrgehänge und mein unbedeutender Schmuck überhaupt gehört meiner lieben Tochter, die verschiedenen Andenken, die ich von meinen guten mir Ewig theueren Eltern und Geschwistern habe, welche sie ein jedes bezeichnet finden wird, bitte ich sie in Ehren zu halten und ihren Kindern den Vierth derselben kennen zu machen. Dazu gehören die Gemähide im Cabinet, welche aus meines guten Vaters Bilder-Sammlung sind.« (Sie beruft sich auf die Testamente von 1798, 1801 und 1806). »Mein Vermögen sowohl als mein Schmuck haben sich merklich vermindert.« (Ihr geringes Capital soll der Tochter zufallen. »Ich bitte und beschwöre meine gute Tochter, sich ja nichts abgehen zu lassen, auch andern, die ihrer bedürfen so nützlich zu machen, als es ihre Kräfte erlauben und ihre lieben guten Kinder in diesen Grundsätzen zu erziehen. Eine Schachte! mit Gold und Silber-Münzen, die man finden wird, soll in gleichen Theilen unter meiner guten Tochter lieben Kindern und dem lieben Daniel Eskeles vertheilt werden, da es [sie] größtenteils ein Geschenk meiner seligen vortrefflichen Eltern sind, so kommen sie an ihren Enkeln in guten Händen, eine Medaille, die ich vom König von Schweden bei seiner Durchreise durch Wien im Jahr 1812 gekauft habe, gehört meiner lieben Nichte Mariane Eskeles, die mit ihrem Verstände das Unglück des Mannes, der sie zu veräussern genöthigi, zu schätzen wissen wird und dabei den Nutzen ziehen wird, die Betrachtung zu machen, wie vergänglich die Größe der Glücksgüter dieser Welt sind. Den berliner Kindern d. h. des Baurathes [HitzigJ Kinder, Bruder Benjamins Kinder und Bruder Jacobs Sohn die wenige Lotterie-Loose, die den Kindern schon längst gehörig an ihnen überschrieben gefunden werden ...« (Die Bedienten werden wieder bedacht.) Simon ist bey meinem Mann versorgt, R e s e 1, wenn sie auch im Hause seyn sollte, für die mir während meiner Krankheit bewiesene Treue 100 fl. jährlich. Für die 8 Findelkinder wird meine liebe Tochter bis zu 12 Jahren, die Jahre mit eingerechnet, die ich schon bezahlt, das Monathgeld bezahlen, für Bartholdy nebst vielen Dank für alle Plage ein schönes Andenken. Da ich wenig Zeit habe, diesen meinen Aufsatz zum machen, so muss man mir das Unzusammenhängende darin verzeihen. Die kleine Lern-