Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 13 (1910)
- Issue
- 1 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2638044-2638092-2638093--0897-2640744- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 14 — berger,1) die ich in diesen Jahr, bloß um sie ihrem Stande gemäß erziehen zu lassen, zu mir genommen, bitte ich meine gute Tochter, das im Falle der gedachten Ceeil ia Lemberger Erziehung nicht vollendet worden, diese Pflicht über sich zu nehmen und, ohne sich gerade zu etwas ihrer Familie zu verbinden, doch ihr Glück nicht aus den Augen zu lassen und zu der kleinen Waise Versorgung einst beyzutragen. Ich kann und will nichts bestimmen, sondern überlasse das meiner Tochter Kräfte und Einsicht Pereira empfehle ich das Glück und die Unabhängigkeit meiner Tochter, was kann ich ihm noch geben, da ihm diese meine vortreffliche Tochter zum Theile geworden, möge er sie glücklich machen, dann gehe ich froh ins Grab. Wenn ich jemand vergessen haben sollte, mein guter Mann und meine Tochter sind ja da, jedes Vergessene gut zu machen. Sophie bekommt 600 fl. jährlich, wenn keiner der Familie sie, einen Schatz an Treue und Ehrlichkeit, zu sich nimmt. Bleibt sie im Hause, dann erhält sie 300 fl. jährlich, die Mutter von Loon 300 fi., Fanny Heller 200 fl. jährl. »als meine kleine Mündel und Nahmensträgerin, Berge bleibt bei meinen Mann. Auch Monsieur Körmerle, Herr Ron und Mme. Henry kleine dauernde Andenken. Herrn von V i ö 1 o n i, von Weissenthurn und Stonettitz herzliches Lebewohl.« Den jungen Herrn von Bureau einen letzten Gruß. »Meinem Mann danke ich für alles Gute, was mir in der langen Reihe von Jahren bey ihm geworden. Ich hoffe, meine Tochter wird ihm seine Einsamkeit zu ertragen zu helfen suchen. Dir, lieber guter Bruder E s k e 1 e s, wünsche ich Gesundheit, die Erhaltung deiner vortrefflichen Frau und deiner ganz unvergleichlichen Kinder. Gott möge dich für alles Gute, was du in dieser Welt gethan, segnen, verlasse Arnstein nicht, sey sein unzertrennlicher Freund, mache die E s k e 1 e s so glücklich, als sie es zu seyn verdient, und ich lege mich, ruhig meinen langen Schlaf schlafen.« Am 18. Januar 1814 wird für den »jungen Herrn LeopoldEdler von Herz ein Geschenk ausbedungen. Er »hat die Besorgung meines Begräbnisses nach einem mündlich gegebenen Versprechen übernommens da Pereira, als Fremder, »mit den Landessiüen nicht so vertraut« sei. Sie betont, daß wenn sie gefehlt, sie es nie mit dem Herzen getan, sondern nur ihr Kopf, ihre Lebhaftigkeit, ihre »Organisation« hätten daran die Schuld zu tragen. Am 3. April und 5. August wird nochmals die *) Nach frdl. Mitteilung des Herrn Moritz Lemberger, Wien, eine Zwillingsschwester seines am 27. II. 1862 (27. Adar) verstorbenen Vaters, des (laut Diplom im Besitz seines Sohnes) am 22. VI. 1808 zum Magister der Chirurgie und Geburtshilfe promovierten Hermann Lemberger, der — mit einem Jahresgehalt von 120 fh Konv. — am jüdischen Spital angestellt war und sehr oft als ärztlicher Beistand bei Beschneidungen in alten Wiener Mohel-Büchern (z. B. im Besitz der Familie M. S. Knöpfimacher, Wien) erwähnt wird.