Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 13 (1910)
- Issue
- 1 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
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_ 7 — Fanny v. A. vorgetragene Rede. Mit Anspielung auf Fanny v. A/s hebr. Namen »Zippor bat Mirjam« zitiert H. darin Psalm 84, 4. Ferner heißt es: »Zuflucht war sie in des Trübsals- Zeiten; in den Zeiten des alleszerrüttenden Krieges. Wie zeigte sich nicht da ihr Bürgersinn, ihre Liebe zum Vaterlande, und ihr thätiger Eifer, so viel an ihr war, die geschlagenen Wunden zu heilen, und die Verteidigung des Kaiserstaates kräftig zu unterstützen! Zuflucht war sie in des Trübsals-Zeiten; in den Misswachs-Jahren. Königlich zeigte sich ihre Großmuth, mit welcher sie Tausende der bösen Hungersnoth entriß . . . Als die edlen Frauen der Kaiserstadt in einen Verein zur Beförderung des Guten und Nützlichen traten, war sie eine der ersten und wirksamsten. Nicht allein, daß sie zu dieser verdienstlichen Anstalt das Ihrige in reichlichem Maße beytrug; sie übernahm auch willig die Mühewaltung des Sammeins der Beyträge und ihrer Verwendung.« Von Fanny v. Arnsteins Hand besitzt das Archiv der isr. Kultusgemeinde Wien den folgenden Brief: Wohlgebohrne Herren I Schon früher hätte ich Ew. Wohlgebohren für Ihr verbindliches Schreiben vom 17. dieses und für die darin enthaltenen gütigen Äußerungen gedankt, wenn mich nicht eine Ruhe fordernde Unpäßlichkeit im Etette hielte. Ich kann nun nicht länger anstehen Ihnen durch eine fremde Feder meine Gesinnungen mitteilen zu lassen, wie glücklich ich mich fühle, wenn ich im Stande bin, etwas für die leidende Menschheit zu thun, der Sie ihre thätige Sorgfalt so zweckmäßig widmen; wie bereitwillig ich auch in der Folge sein werde, alles zu thun, was von mir abhängt, wenn Sie meinen guten Willen in Anspruch nehmen wollen, und wie aufrichtig die Äußerungen der Hochachtung sind, mit welchen ich zu verharren die Ehre habe, Ew. Wohlgeboren ergebende Dienerin Fanny Freyin von Arnstein Itzig Wien am 26. Dezember 1816. An die Tit. Herren Vertreter der tolerierten Israeliten in Wien. Ein schönes Denkmal edler Menschlichkeit und jüdischer Wohltätigkeit bildet Fanny von Arnsteins Testament.1) Es offenbart eine rührende Treue gegen Eltern, Geschwister, Gatten, Kind und den ganzen weiten Kreis der Anverwandten 0 Das Original, von F. v. A. eigenhändig geschrieben, wird, worauf Herr Kustos Dr. S, Frankfurter mich hinzuweisen die Güte hatte, im .Archiv des k. k. niederösterr. Landesgerichtes aufbewahrt.