Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 13 (1910)
- Issue
- 1 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2638044-2638092-2638093--0885-2640732- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
stallbedarf zu liefern. Für diesen werden durch ihn 1719, 1720, 1724, 1729 und 1730 große Mengen Hafer (zwischen 400 und 600 Mut), Heu (800 bis 1200 Zentner) und Stroh (150 bis 400 Schober) bezogen. Ein Prozeß, den er wegen ausbleibender Zahlungen gegen das Futteramt der Kaiserin am 16. Mai 1733 anstrengt, zieht sich bis in das nächste Jahr hin (das. 7. IX. 1719, 18. HL u. 20. XI. 1720, 10. XI. 1721, 19. XI. 1723, 2. XII. 1729, 28. XI. 1730, 16. V. 1733). Außer diesen Lieferungen gestattet man ihm Geldgeschäfte, die ihm »von außenher committiert« werden. Selbständigen Handel darf er keinesfalls treiben. Er bleibt bei Wolf Wertheimer als »Complementarius stehen« (Stadtarchiv 17. X. 1725). An dem Zwangsdarlehen der Wiener Juden vom 29. Nov. 1727 (vgl. Menzi, Oesterreichs Finanzen 339), beteiligt sich I s a k A. im Verein mit seinem Neffen Samuel Simon, dem russischen Hofagenten, mit 80.000 fl. Hierdurch erwirkt er ein Aufenthaltsprivilegium auf 10 Jahre. 1736, als der Kaiser, um das Gelübde seines Vaters (die Juden zu vertreiben) zu erfüllen und »aus vielen anderen Ursachen« den Wiener Juden wieder einmal mit Ausweisung oder wenigstens »Restriktion« drohte (Arch. d. Minist, d. Innern IV. T. 1), erwirkte Isak durch ein Darlehen von 100.000 fl. (50.000 hatte er bereits vorgestrekt, den Rest zahlte er in Papieren ein) die Verlängerung seines Schutzdekretes auf weitere 15 Jahre und dessen Ausdehnung auf seinen älteren, damals 15jährigen Sohn auch für den Fall, daß dieser inzwischen heiraten sollte. Er wohnte damals in dem Claudischen Hause in der Bräunerstraße (Wolf, Judentaufen in Oesterreich 193), in das er aus dem S c h m i d t'schen Hause umgezogen war. Von seiner Tätigkeit im Hause Wertheimer erfahren wir (Hoffin. 9. u. 31. X. 1709), daß er, im Dienste Simson Wertheimers bewährt, dessen Sohn W o 1 f bei seinem ersten wichtigeren selbständigen Unternehmen begleitet, als dieser die vom Madrider Hofe in Amsterdam verpfändeten Juwelen im Auftrage des Kaisers auslösen sollte. Als Angestellte Wert h eimers erhalten 1710 er und sein Schwiegervater von der österreichischen Hofkanzlei Pässe für Linz, das »bey jenen gefährlichen Zeiten« — es herrschte die Pest — Juden den Eintritt verweigerte. (Hoff. 11. VIII. 1710). Am 13. Mai 1716 wird Isak, von Wertheimer unabhängig, ein Paß ausgestellt, durch Baiern ins Reich zu reisen. Für den Feldzug 1717 liefert er Artillerie- und Munitionssorten, Zwillichsäcke (50.000) nach Wien und 145 Artilleriepferde (Hofkamm. Kontracte 149,170 u. 178). Nach Wien transportiert er auch Pulver, er liefert Mehl, Bomben und Kugeln. »Wegen ertrenkter Stück- Kugeln« werden ihm 675 fl. angewiesen. Für das Regiment Hamilton und die Artillerie besorgt er Pferde (Kontrakt Nr. 228). Ferner liefert er 20.000 Metzen Hafer und für den nächsten Feldzug Artillerie- und Munitionssorten (Nr. 218 u.