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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1910-01-01 · 1 (1910) · p. Seite 40

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
13 (1910)
Issue
1 (1910)
Date
1910-01-01
Page
Seite 40 (sequence 45)
Language
German
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_ 40 — 6. Der Ganew (Dieb) meint (denkt), as mi (daß man) jogt ihm noch.1) Der Dieb lebt stets in Furcht. 7. Der Mensch is schlafer (schwächer) vun (von als) a flieg un (und) starker vun Aisn. Var. bei Bernstein Nr. 2328. Der mensch is amul starker fön eisen, un amul schlafer fön a flieg. (Fortsetzung folgt.) Notizen. % In dankenswerte Entgegenkommen der Verwaltung des staatlichen Museums für Völkerkunde in Hamburg sollen der Oesellschaft für jüdische Volkskunde in dem neuen Museumsgebäude entsprechende Räume zur würdigen Aufstellung ihrer Sammlungen zur Verfügung gestellt werden. Der einst für sie im Museum Hamburgischer Altertümer hochherzig eingeräumte Platz hatte sich mit der Zeit als nicht ausreichend erwiesen. Warum die Juden krumme Nasen haben. In den »Mitteilungen der Schles. Ges. für Volksk.« Band XI, Seite 96 heißt es hierüber: Als die Juden dem Stifter des Christentums nachsetzten und er plötzlich vor ihnen stand, fielen sie auf ihr Antlitz und schlugen sich die Nasen krumm, (Zabrze.) Nach Geiler von Kaisersberg aßen die Israeliten in der Wüste »Krometvögel, dass inen die schnebel zu der nasen heraus hiengen«. Wer kennt andere folkl. Antworten? (Nach Heine bekanntlich, weil Gott sie so lange mit der Messiaserwartung an der Nase herumführt). Bücherschau. Wünsche A., Kleine Midraschim zur jüdischen Ethik, Buchstaben- und Zahlen-Symbolik, zum ersten Male übersetzt (Aus Israels Lehrhallen, Band 4), Leipzig 1909, Ed. Pfeiffer, M. 7-80, geb. M 8 80. Mit erstaunlicher Schaffenskraft bietet der Meister der Midraschübersetzung in rascher Reihenfolge immer neue Proben seines Wissens und Könnens auf einem sonst so wenig und mit so spärlichem Geschick angebauten Gebiete. Unter den bisher erschienen Bänden der »Lehrhallen« ist der vorliegende als der an populär-ethischem Inhalt reichste zu bezeichnen. Die Midraschim R. Aki-! bas, die Midraschauszüge unter den Schlagwörtern »Le'olam« und »Gadol und Gedolah« und andere Teile aus Jellinek's Beth ha-Midrasch sind hier, durch treffliche Einleitungen und Anmerkungen erläutert, in mustergültiger Weise übersetzt. Erzählungen, wie die S. 88, sind in der jüdisch-deutschen Sagenliteratur (Vgl. uns. Mitteil. Heft 2) übergegangen, die S. 163 bildet eine Paralelle zu Schillers Bürgschaft mit dem gleichen Motive. Dieser kleinen Midraschim, die uns die altjüdische Ethik in so konzentrierter Form vorführen, wird Wünsche uns hoffentlich noch manchen bieten. L. Sichel, Dr. Max. Die Geistesstörungen bei den Juden. Eine klinisch-historische Studie. M. W. Kaufmann, Leipzig 1909. IV u. 81 S. 2 Mk. Das Büchlein zerfällt in einen historischen, statistischen und klinischen Teil. 4 Der erste Teil bietet wenig Neues und Selbständiges, dagegen ist im zweiten ein reiches statistisches Material verarbeitet, auf Grund dessen der Schluß gezogen wird, daß einstweilen keine Berechtigung für die Behauptung vorliege, daß sich Geisteskrankheit bei den Juden in weit höherem Maße finde, als bei ihrer andersgläubigen Umgebung. Im klinischen Teil findet man Beweise dafür, daß die Juden für manche Krankheitsformen mehr (Progr. Paralyse, zirkuläres Irresein, Schwachsinn, Hysterie), für andere aber weniger (Alkoholismus, Epilepsie) disponiert sind. Die Schlußabschnitte über Aetiologie und Prognose werden jedem gebildeten Juden Stoff zum Nachdenken geben._ S. Weissenberg. *) Vgl. die Var. bei Bernstein p. 55, Nr. 825.

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