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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1910-01-01 · 1 (1910) · p. Seite 39

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
13 (1910)
Issue
1 (1910)
Date
1910-01-01
Page
Seite 39 (sequence 44)
Language
German
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— 39 — Das umo „Hoguntia" 5344. Über dieses spanische Machsor schrieb ich gelegentlich in dieser Zeitschrift (Heft 17, 1906 S. 11), daß die starke Papiersorte und der Buchstabenschnitt es für mich sicher sein lassen, daß nicht Mainz oder Hamburg, sondern Amsterdam der Druckort sei. Herr Dr. H. Heidenheimer-Mainz, der in der Monatsschrift f. d. W. d. J. 1909 S. 151 schreibt, daß er glaubt, daß das Machsor »vermutlich in der Druckerei Caspar Behem's« in Mainz gedruckt sei, war so freundlich, mir eine Photographie des Titels und einer weiteren Seite des Exemplars dieses äußerst seltenen Buches aus der Mainzer Stadtbibliothek zu senden. Als meine eigenen Untersuchungen in Amsterdamer Drucken nach der Randleiste und Holzschnitt-Titelvignette kein Resultat hatte, wandte ich mich an den Oberbibliothekar Dr. H. Bürger der hiesigen Universitätsbibliothek, der mir beide in einem Dordrechter Druck des Jahres 1597 nachgewiesen. Meine Vermutung, daß es ein Amsterdamer Druck sei, muß aber berichtigt werden. Das Buch ist also wohl in Holland, aber in Dordrecht gedruckt S. Seeligmann (Amsterdam). ★ Sprichwörter und Redensarten aus Rußland. Von S. Bellill, Irkutsk. Bearbeitet von Dp. MarmoPStelü, Skotschau. 1. Besser a lebendiger Kärbl (Rubel), eider a teuter Hunderter. Var. Besser a nohenter Groschen, eider a waiter Kärbl. (Nachgebildet Kohelet. 9. 4).1) 2. A chaser (Schwein) ken nit leb'n in an Apteik (Apotheke). A chaser muß lebn in Blote. (Blato ist in den slavischen Sprachen =■ Schmutz, Koth), (Beide Sprichwörter wollen die Unreinheit des Tieres schildern.) 3. Tanz'n tanz'n alle un (und) die Zores (Schmerzen) blaibt der Kaie (Braut). 4. As (wenn) zwei sog'n schicker (betrunken), darf der drite sach lei'gn schlofn (Var. As zwei sogn schicker, leig sach schlofen).8) 5. a) Wie kumt a chaser (Schwein) zu heiwn (Hefe). b) A mejwin, wi a chaser (Schwein) of heiwn (Hefe).8) *) Kärbl Rubel, vgl. Bernstein »Jüd.-deutsche Sprichwörter« 246 s. v. Kerbel. Des Kerbel ist der greßter Jachsun und das Keibei is nit kejn niamsyr, erinnert an das talmudische Wort: D^tüDH T\& TItDD *)D3fi. 2) Die den Sprichwörtern (s. Bernstein p. 105) figuriert das Schwein als Beispiel der Unreinheit und der Verwerflichkeit, ferner der Sündhaftigkeit. 8) S. Bernstein p. 276 Nr. 3771; dort fehlt der Hinweis auf Gen. Rabba K. 46. 7 *\b Tay p-nn ,ünrpn xb nom "ra* ™ 1^ ™ D« s) Vgl. Bernstein p. 151. Nr. 2139.

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