Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 13 (1910)
- Issue
- 1 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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- Mohel 1× ep/1006163
- hazzan 1× ep/1004827
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erst dann in den Arrest geworfen werden, wenn man vorher dem Grafen selbst über das Vorkommnis und das eventuelle Vergehen Bericht erstattet hatte. Die Steuern waren verhältnismäßig nicht hoch und, daher kam es, daß ihr Wohlstand täglich wuchs. Auf Anordnung des Grafen wurde auch die Judengasse neu angelegt, und bildet noch jetzt die Hauptsrtaße nach Marienbad. — Nach Innen behielt die Gemeinde ihre Organisation von Plan aus bei. Gleich nach ihrer Ansiedelung in Kuttenplan bestellte sie Abraham Broda1) zum Rabbiner, welcher aber nur 3 Jahre8) daselbst verblieb, um dann von hier aus einem Rufenach Prag zu folgen. DerRabbinatsposten war mit kleinen Intervallen immer besetzt. Im ganzen amtierten 1685—1850 zehn Rabbiner8), und jeder von ihnen hatte Neuordnungen getroffen, welche z. T. in den Pinkas aufgenommen, z. T. noch als Akten im Gemeindearchiv liegen dürften. Zur Umschrift des alten Pinkas schritt man, als der Graf Siegmund von Haimhausen die Erlaubnis zum Neubaue eines Tempels 1756 erteilt hatte4). Die Umschrift hatte sich deswegen als notwendig erwiesen, weil die neuen Verhältnisse, unter denen die Juden in Kuttenplan lebten, neue Verordnungen von Seiten der amtierenden Rabbiner gezeitigt hatten, und die neue Synagoge auch nach Innen hin einer Neuordnung bedurfte. Der um diese Zeit fungierende Rabbiner Jehuda Arje ben Jizchak Eljakim, begann die auf einzelnen Zetteln geschriebenen neuen Verordnungen zu sichten. Die Umschrift übernahm der damalige Gemeindeschreiber, der zugleich auch »Mohel* war, ein gewisser Jizchak. Bei der Umschrift kamen die Entstehungszeit und die zeitlichen Abstände der Verordnungen, gar nicht in Betracht, sondern sie wurden nach einem ganz gewissen inhaltlichen Schema geordnet. Der Pinkas ist Großfolio 20X35 ctm. und enthält drei Titelblätter, einen Index gleichfalls nach Inhalt geordnet Fol. 4, pag. 1, Zeile 1 bis Folio 8 L) Abraham ben Saul Broda, geboren um 1640 in Bunzlau, wurde schon in früher Jugend von seinem Vater auf die Talmudschule des Zeeb Gharif nach Krakau geschickt, wo er bis zur Erlanguug des Rabbinatsdiploms verblieb, Als Rabbiner fungierte er in Lichtenstadt, Raudnitz und in Kuttenplan, von wo aus er 1693 nach Prag berufen ward. Seine nähere Biographie siehe The Jew. Encycl. III. s. v. Von seinen in Kuttenplan erlassenen Takkanot haben sich 5 erhalten, 2, 14, 176, 200 und 204. 2) Sein Bestreben war darauf gerichtet, die materiellen Schwierigkeiten, die sich der jungen Gemeinde in den Weg stellten, zu erleichtern. 8) Es waren dies: 1. Abraham Broda (um 1690). — 2. Henoch ben Jakob (um 1720), Verordnungen 8, 30, 196, 198, 203, 206, 207. — 3. Moses Chasan (um 1723). Verordn. 3, 120, 205, — 4. Rabbiner tfiifli (um 1730). Verordn. 12, 31, 123, 190, 193. — 5. Zebi Hirsch Piwoni (um 1734). Verfasser einer Selicha für Kuttenplan. — 6. Jehuda Leb ben Jizchak Eljakim (starb um 1763), Umschrift des Pinkas. — 7. Josef Krotoschin (um 1770) im Memorbuch. — 8. Jehuda Arje Wohl (starb 1828). — 9. Elazar Rokeach (am 1830) begraben in Tachau. — 10. Dr. A. Wunder (um 1840). Einführung der deutschen Seelengedächtnisfeier. 4) Vergl. Österr. Wochenschrift, Nr. 27, 2. Juli 1909 und Nr. 36, 3. Sept. 1909.