Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 13 (1910)
- Issue
- 1 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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_ 31 — auch die Zahl der im Kreise lebenden Juden angeführt: Althart 14, Piesling 24, Wölking 10, Marschitz-Markwaretz 11. In den meisten dieser Ortschaften wohnen heute noch 1 bis 2 Juden). Die Qemeinderechnung vom 11. November 1781 bis Ende Octobris 1782 hat sich erhalten. Derselben entnehmen wir, daß die Steuergelder in diesem Jahre 114941 fl. betrugen und 55 Familien daran beteiligt waren. Die Gemeindegelder wurden an den Landesältesten in Kromau abgeliefert An Extra-Einkünften werden verzeichnet: An Fleisch-Bardon und Geflügel- Zins 30018 fi., an Wein- und Brandweinschank 216-14 fl., Ehehimmelgelder 16*30 fl. Summa des ganzen Ertrags 2124*47 fL An Gehältern wurden bezahlt: dem Local-Rabbiner 75 fl., Schulsinger SO fl., Stadttürmer 6 fl., Nachtwächter 165*45 fl., nebst dem rückständigen »Solair« an den Rabbiner. Als Rechnungsführer ist ein gewisser Löbl Hersehl genannt, der mit 110 fi. an der Gemeinde-Umlage beteiligt ist. Diese Blütezeit dauerte bis zum Jahre 1848, von da an wurde die Gemeinde immer kleiner und kleinen Die Reihenfolge der Rabbiner, die in Jamnitz gewirkt haben, ist diese: 1. Jakob Jehuda Löb Aschkenazy, Sohn des Mordochai Madl Aschkenazi 1648—70; 2. Mandl ben Juda Löb Deutsch, gest. 16. Adar 436 1676; 3; Samson ben Mordechai vr&, gest. am 2. Chesvan 483 1723; 4. Hirsch, gest. 1773 (?); 5. Pinkas, gest. 16. Dez. 1777; 6. Josna Halevy Horowitz, 1781; 7. David Deutsch, 1784—1790; 8. Moses Jehuda Rosenleid vor 1806; 9. Aron Schüller von 1830—1846; 10. David Oppenheim von 1846—1857; 11. Dr. Joachim Oppenheim von 1857—1860; 12. Dr. J. N. Weinstein, 1893—1895; 13. Dr. A. Morgenstern, 1896—1905; 14. Schreiber dieser Zeilen wirkte dort vom 15. August 1906bis zum 1. September 1908.l) Jakob Juda Löb Aschkenazy (auf den mich Herr Rabb. Dr. J. Freimann in Holleschau in einem Schreiben vom 13/2. 07 aufmerksam machte) war Verfasser eines Superkommentars zum Ascheri (s. Benjacob, Ozar 7, 2, 21) und schrieb Novellen zum Traktate Makkot, Pesachim, Nidda8). Sein Vater R. Mordechai Mandl Aschkenazi war Rabbiner in Strassnitz. Vielleicht war David, Sohn des Mordechai Aschkenazy, der um 1629 in Ung.-Brod amtierte, sein Bruder (s. Frankl-Grün, Geschichte der Juden in Ung.-Brod p. 59). Sein Sohn, der, nach der Grabschrift zu urteilen, ebenfalls in Jamnitz Rabbiner war, ist am 16, Adar 436 1676 in Jamnitz gestorben. Samson ben Mordechai war sein Nachfolger, ob unmittelbar oder nach einem andern, läßt sich nicht mehr feststellen. Er stammte aus Eisenstadt (oder vielleicht, wenn w$ zu lesen ist, aus Nikolsburg), starb am 2. Chesvan 483 1723. Von einem Hirsch (um die Mitte des XVIII. Jahrhunderts, 1750—70) erhalten wir Nachricht durch den Grabstein seiner Frau, die als Man miDl am flff« bezeichnet wird. Sein Nachfolger, R. Pinkas, starb nach den Daten des Matrikenbuches am 16. Dezember 1777. R. Josua Halevy Horowitz dürfte von 1778—1783 in Jamnitz gewesen sein, von hier kam er nach Trebitsch, Er war der Sohn des mährischen Landesrabbiners Schmelka Halevy Horowitz, in Trebitsch wirkteer 24Jahre (vgl. J. H. Pollak pn*> XXVI. 1861 p. 11, Note), dort approbierte er die Responsen des Mordechai aus Düsseldorf wiß *1D2*D Ti'W (Brünn 1790) und die Novellen tPHJ ptn des Alexander, Rabbiner in Pirnitz (Brünn 1788); in Jamnitz gab er die Approbation, wie Hr. Rabb. Dr. Freimann mir gütigst x) Diese Liste erhebt auf Vollständigkeit keinen Anspruch. 9) Unter dem Titel bm Brünn 541 und 549. (Ozar. 92, 21).