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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1910-01-01 · 1 (1910) · p. Seite 4

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
13 (1910)
Issue
1 (1910)
Date
1910-01-01
Page
Seite 4 (sequence 7)
Language
German
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Gästen nicht übel zu handeln, da sie in den Schatten seines Balkens kamen.1) Und Moses ermutigt sein Volk, die Völker des Landes nicht zu fürchten, denn ihr Schatten sei von ihnen gewichen.2) Häufig gebraucht die Heilige Schrift das Wort für den Schutz, den ein Volk bei einem anderen sucht oder findet. So ruft Jesaja aus: Wehe den abtrünnigen Kindern, die im Schatten Egyptens Zuflucht suchen.8) Gegen Moab prophezeit Jeremia: Im Schatten Hesbons rasten erschöpft die Flüchtlinge, aber Feuer bricht aus Hesbon hervor und Flammenglut aus der Mitte Sihons und verzehrt die Schläfen Moabs.4) Ein trauriges Los wird Assyrien treffen und die in seinem Schatten wohnenden Völker, prophezeit Ezechiel.5) Es werden zurückkehren, die in seinem Schatten wohnen, verkündet Hosea dem Volke Israel6), und Jeremia klagt: Unser Löbensodem, der Gesalbte des Herrn, wurde in ihren Gruben gefangen, er, von dem wir dachten, in seinem Schatten wollen wir leben unter den Völkern.7) Auch der göttliche Schutz erscheint im Bilde des Schattens. »Er machte meinen Mund wie ein scharfes Schwert —■ sagt Jesaja von seiner göttlichen Berufung — mit dem Schatten seiner Hand bedeckte er mich.«8) Zu Israel spricht Gott: »Ich lege meine Worte in deinen Mund und mit dem Schatten meiner Hand bedecke ich dich«.9) »Gott ist dein Hüter, dein Schatten zu deiner Rechten«.10) Besonders lieben es die Sänger der Psalmen vom Schatten der Flügel Gottes zu sprechen. »Behüte mich wie den Augapfel, im Schatten deiner Flügel berge mich.11) Wie herrlich ist deine Gnade, Gott, die Menschenkinder suchen Schutz im Schatten deiner Flügel.12) Erbarme dich meiner, Gott, erbarme dich, denn bei dir sucht meine Seele Schutz, im Schatten dein er *) Gen. 19, 8, *) Num. 14, 9. Das Bild benutzt oft Juda ha-Levi. Einmal: *o ITp Wtyö Nr. 24. p. 118 Brody. Alcbarizi gebraucht es für die Vergänglichkeit der Jugend. Tachkemoni c. 50. 8) 30, 2. 3. 4; Jeremia 48, 45. Raschi nimmt das Wort bv in seiner ursprünglichen Bedeutung. Hesbon liegt hoch, verbreitet daher Schatten. *) 31, 6. 12. 17. 6) 14, 8. Die Stelle wird auch auf das künftige Eden bezogen. Tanchuma Buber, Gen. 7 b. 7) Threni 4,20. BeiLivius: Sub umbraRomanse amicitiae latere. EinenGast, den ein anderer ungeladeR zum Gastmahl einführte, nannten die Römer spottweise »umbra«. Rabba b. b. Chanah erkrankte, da besuchten ihn R. Juda und Rabba. Während sie eine halachische Frage besprachen, kam ein Magier aföfi) und nahm ihnen das Licht weg, weil man an diesem Tage hei den Persern kein Licht anzünden durfte. Da rief R. b. b. Ch. aus: Himmel, entweder in deinem Schatten oder in dem des Sohnes Esaus, Oittin 17 a. 8) 49, 2. 9) Das. 51, 16. 10) Ps. 121, 5. ») Das. 17, 8. 12) Das. 36, 8.

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