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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1908-01-01 · 4 (1908) · p. Seite 148

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
11 (1908)
Issue
4 (1908)
Date
1908-01-01
Page
Seite 148 (sequence 20)
Language
German
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LtO Kopistin der Hamburger Handschrift des Samnelbuches nicht Litte von Regensburg heißen könne. Kohut gibt in seiner „Geschichte der deutschen Juden" *) ein Faksimile des Epigraphs der Handschrift, welches eine Widmung an eine Dame namens Freudlin enthält, und knüpft daran folgende Bemerkung: „Es ist augenscheinlich, daß das Wort am Schlüsse des Samuelbuches, worin sich die Autorin nennt, Liwa bedeuten muß. Der Name Litte kommt nie vor, wohl aber führen zuweilen den Vornamen Liwa im XVI. Jahrhundert sowohl Juden wie Jüdinnen"2). Wir ersehen hieraus gleichfalls, daß Kohut zu der Ansicht neigt, daß wir in Liwa von Eegensburg die Dichterin des Samuelbuches vor uns haben, wie er auch an anderer Stelle seines Werkes hervorhebt: „Das interessanteste dabei ist der Umstand, daß vermutlich der Verfasser — nicht bloß Abschreiber, wie viele behaupten — dieses Epos eine Dame war, und zwar eine Frau Liwa"3). Auch Karpeles, der in seiner interessanten Darstellung der jüdisch-deutschen Literatur unter Benutzung der bis dahin veröffentlichten Forschungsresultate noch Litte von Regensburg als vermeintliche Verfasserin oder Abschreiberin der Hamburger Handschrift des Samuelbuches anführt4), weist in einem neueren Essai nach, daß Litte aus der Geschichte der jüdisch-deutschen Volksliteratur endgültig gestrichen werden kann5). Aus einer Untersuchung der defekten und verblaßten Nachschrift des Hamburger Codex ergab sich ebenfalls für Karpeles, daß es nicht rmöttsn "pfc heißen darf, sondern xr\vb Liwa, ein Name, der, wie schon erwähnt, im Mittelalter häufig vorkommt, indessen sich Litte wohl nirgends findet; daher schon Steinschneider, welcher die Nachschrift nicht selbst kopiert hat, dem Namen Litte das bedeutungsvolle Fragezeichen vorsichtigerweise hinzufügte6). Die Autorschaft dieses handschriftlichen Epos entscheidet Karpeles x) Kohut, Gesch. d. deutschen Juden, S. 485. 2) Ebenda Anm. Nr. 980. 3) Ebenda S. 629. *) Karpeles, Gesch. d. jüd. Lit. IE, S. 1001. 5) Karpeles, Litte von Regensburg (Festschrift zum 70. Geburtstage A. Berliners), S. 190 f. 6) Steinschneider, Catal. Hamb., S. 7; vgl. oben S. 139. — Die im Hamburger Katalog veröffentlichte Kopie enthält noch mehr Fehler (nach Karpeles zwölf), worüber Näheres bei Beschreibung der Handschrift.

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