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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1908-01-01 · 4 (1908) · p. Seite 147

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
11 (1908)
Issue
4 (1908)
Date
1908-01-01
Page
Seite 147 (sequence 19)
Language
German
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— 147 — Jakar in irgend eine Beziehung zu dem Bearbeiter der editio princeps zu bringen, während Grünbaum seinen wichtigen Fund nicht weiter untersucht, sondern ihn mit der etwas allgemein gehaltenen Frage bei Seite legt: „Sollte damit (also mit dem bei Joseph bar Jakar erwähnten) vielleicht das berühmte Samuelbuch gemeint sein?"1) Ich werde deshalb bei Beantwortung dieser Frage an geeigneter Stelle meine obige Vermutung zu rechtfertigen und zu begründen suchen. Joseph Perles. Perles' wichtige Entdeckung ist von mir bereits mehrfach angedeutet worden2). Sie beruht darauf, daß uns an der Hand eines an einen gewissen Isaak Günzburg gerichteten Empfehlungsschreibens eine persönliche Beziehung zwischen Paulus Aemilius und Chajjim Schwarz, dem vermutlichen Drucker der editio princeps des Samuelbuches nachgewiesen wird. Besagter Isaak Günzburg brachte nämlich Aemilius und Schwarz zu einer Art Kompagnie- Geschäft in Verbindung, aus dem eine in Ferrara zu veranstaltende Talmudausgabe hervorgehen sollte. Das Unternehmen schlug jedoch fehl, und Paulus Aemilius kehrte nach Augsburg zurück, wo er sich mit dem erwähnten Empfehlungsbrief wegen eines ausgelegten Geldbetrages an Isaak Günzburg wandte3). Aus dieser Tatsache geht zur Genüge hervor, daß Paulus Aemilius, der sich damals in Augsburg aufhielt, die daselbst 1544 erschienene editio princeps des Samuelbuches kennen mußte. Damit wäre also die Untersuchung über die Autorschaft des Samuelbuches endgültig contra Paulum Aemilium entschieden, mithin der Ingolstadt 1562 erschienene Druck, wie schon Gosche behauptet hat, weiter nichts als der in deutschen Lettern erschienene Nachdruck eines schon vorhandenen jüdisch-deutschen. Adolph Xohut und Gustav Karpeles. Diese beiden Gelehrten sind die ersten, welche auf Grund ihrer Forschungen, und wahrscheinlich ganz unabhängig von einander, zu dem Ergebnis gelangt sind, daß die Verfasserin oder x) Grünbaum, Chrestomathie, S. 319. 2) Siehe S. 139, 144. 3) Perles, Beiträge zur Gesch. der hebr. und aramäischen Studien, S. 171- 2; Steinschneider, Geigers Zeitschrift Ir S. 284 f. 3*

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