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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1908-01-01 · 4 (1908) · p. Seite 146

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
11 (1908)
Issue
4 (1908)
Date
1908-01-01
Page
Seite 146 (sequence 18)
Language
German
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— 146 — Max Grünfoaum1). Den Erörterungen Gosches schließt sich im ganzen auch Grünbaum in der „Jüdisch-deutschen Chrestomathie" an, welcher bei den jüdisch-deutschen Bibelübersetzungen auf den Ingolstadter Druck des Samuelbuches zu sprechen kommt2). Außerdem stellt Grünbaum fest, daß die poetische Bearbeitung des Samuelbuches neben der Erklärung Kaschis auch haggadische Deutungen benutzt hat3), ein Umstand, der für die jüdischen Quellen des Verfassers Ton Wichtigkeit ist. Wenn jedoch Grünbaum auf Grund einer Vergleichung des Ingolstadter Druckes mit den von Wolf, Steinschneider und Lotze zitierten Stellen die Ansicht ausspricht, daß die bessere Form auch die spätere, und das Samuelbuch des Paulus Aemilius eine verbesserte zweite Ausgabe sei4), so ist die Meinung so lange nicht als unumstößlich hinzunehmen, als nicht das Verhältnis dieser Bearbeitung zu der Augsburg 1544 erschienenen editio princeps untersucht ist. Was nun diese letztere Ausgabe anbetrifft, so weist Grünbaum, allerdings unbewußt, der Forschung über den Verfasser oder Bearbeiter insofern einen neuen Weg, als er uns aus einer ebenfalls 1544 erschienenen jüdisch-deutschen Übersetzung der täglichen und sabbatlichen Gebete eine interessante Mitteilung macht: daß nämlich der Kedaktor5) dieses Gebetbuches, Joseph bar Jakar, im Schlußwort Gott um Hülfe anruft, ihn weiter zu stärken, damit er das Samuelbuch „anheben" und bald vollenden könne6). Es liegt, wie gesagt, der Gedanke nahe, diesen Joseph bar 1) Eigentlich „Maier Grünbaum" nach dem Rufgebrauche „Max" genannt wie Frankel, Literaturbl. f. germ. u. rom. Philologie 1901, Sp. 389 nachweist. 2) Grünbaum, Chrestomathie, S. 17. 3) Ebenda S. 16. 4) Ebenda S. 17. 5) Nicht Übersetzer, wie Grünbaum annimmt, denn Joseph bar Jakar hat die Übersetzung nur korrigiert. Vgl. Steinschneider, Suppl. Catal. Bodl., Nr. 361 (2415). 6) Grünbaum, a.a.O. S.319. Eine Probe aus diesem Gebetbuch habe ich schon Mitteilg. XXVI, S.84, Anm. S gegeben. Der das Samuelbuch betreffende Passus lautet : «in Tptwsiö Vit ^wiiio5ik u «3*1 .tsinisVwi^n xara •my&b w ^aii 70 w w Vtt 'm ."paÄiä t» n .pti "ja m bwaw tan tat .p"£ fpaft WjSl ]m ..psw HEB w Nun woln wir bitn gpt der 'uns bis her gehplfn hpt, d§ er *uns weitr spl sterkn wi* dT lebn zu dem Semü*el buch ds wir an hebn, ds wir es bald vplendn; aun' spl >uns ds jar masiach sendn. ^Ämen wexen jehi räsön (Amen, und so sei es [ihm] gefällig!).

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