Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 11 (1908)
- Issue
- 3 (1908)
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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BHBBHBWBHMWHBBBHM—H»^——— für gewiß versichert, daß zu Prag in der Alt-Neuen Synagog eine Urgei seye, —— -'u— -«»j+a» riinKt KTonfthft. ala zu dem. Gesang dieses Liedes (yxu riäi), für gewiß versichert, daß zu Prag in der Alt-Neuen Synagog eine Urgei seye, die man aber weiter nicht brauche, als zu dem Gesang dieses Liedes (^tn i-öi), zu Bewillkommung des instehenden Sabbaths, in der Neuen Synagog aber, wie auch an theils andern Orten habe man zu denen Stimmen der Sänger auch allerhand musicalische Instrumenten . . Schudt war aucll insofern richtig berichtet, als;in der Prager Meyselsynagoge beim Eingange des Sabbats „ein schönes Lied" (semer naeh) von Salomon Singer mit Instrumentalbegleitung (b'ugav ubinbalim) angestimmt wurde.1) Für ihre Mitwirkung beim Gottesdienst scheinen übrigens die Prager Spielleute keine Bezahlung erhalten, sondern diesen Dienst aus Eeligiosität freiwillig auf sich genommen zu haben. Hierauf deutet wenigstens die folgende, von Popper2) mitgeteilte Grabschrift eines solchen hin: „Freitag, den 22. Sivan 5428 (1668)* Hier ruht die „Mannaflasche" (epitheton ornans) der Musiker Abraham, Sohn des greisen Hirsch Kubia; er war auch Mitglied des Orchestervereins, der sich jederzeit zeitig in der Synagoge zum Empfang des Sabbats einfindet." Ebenso zuverlässig berichtet Schudt, daß „auch an teils anderen Orten", bei besonderen Anlässen wenigstens Instrumentalmusik beim Gottesdienst in der Synagoge Verwendung fand. Er selbst meldet dies später3) aus Offenbach mit folgenden Worten: „Es hatten Ihre- Hochgräfl. Excellenz der Herr Graff von Isenburgzu Ofenbach in Dero Residentz An. 1716. den 15. Maj. eine hohe Visite von der Hochfürstl. Hessen-Homburgischen Herrschafft, weil nun diese hohe Personen Freytag Abends, kurz vor Angehung des Sabbaths, in der Juden-Schul bei dem rena To Up oder Bewillkommung des Sabbaths zu seyn geruheten, als ließen die Ofenbachischen Juden den Franckfurther geschickter Chaßan oder Vorsänger kommen, und die Juden-Spielleute musten bey Singung solcher Lieder musiciren." Ganz ähnlich berichtet Hecht4) aus Koblenz: „Bei dem Einzüge des Churfürsten Wenceslaus im Jahre 1785 in Coblenz wollten an der stattgefundenen Empfangs- Feierlichkeit auch die dortigen Juden Antheil nehmen. Sie hielten am 23. Nov. in aller Frühe einen Gottesdienst zu diesem Zwecke und recitierten die Psalmen 21, 24, 48, 61, 63, 72, 85, 121, 127, 150, 134 und 100, und am 24. November Abends hielten sie unter Instrumental-Musik besondere Gebete für das Wohl des Churfürsten.u In der Wormser Synagoge aber, wurde die am 17. September 1790 erfolgte Krönung Kaiser Leopold IL ebenfalls mit Musik gefeiert. Eine von Levysohn5) aus dem dortigen Gemeindearchiy mitgeteilte Eintragung lautet: „Da hat man um 3 Uhr Schulen gerufen und alle Baale Batim (Hausväter) sind in Sabbatmänteln und Sabbatkleidern schulen gegangen. Im Hause des Kabbiners versammelte man sich. Die Synagoge war illuminirt und alle Parachoth waren an den Wänden aufgehängt. Nach dem Minchagebet wurden die Psalmen 21, 24, 45, 47, 61, 63, 72, 89, 96. 126, 144 und 150 recitirt. Hierauf las der Eabbiner vor geöffneter Bundeslade das Mi-scheberach Gebet vor, nach ihm las es der Vorsteher N. N. auf deutsch und dasselbe wurde von dem Vorbeter, den Lezanim (hier wohl Sänger gemeint) und den Musikern wiederholt, ebenso sangen dieselben das Hallelujah, und nachdem der Chasan mit jenen gedachten Personen ein x) Zunz, Gottdsdienstl. Vorträge und Steinschneider, Catalogus Bodl. p. 2391. Zeitschrift f. d. Gesch. d. Jud. in Deutschland, II, S. 172. 2) A. a. 0. S. 369. 8) A. a. 0. IV, S. 367. 4) Monatsschrift f. d. Gesch. u. Wiss. d. Judent. 1858, S. 195. 5) Jüd. Volksblatt 1856, Nr. 4.