Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 11 (1908)
- Issue
- 2 (1908)
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 73 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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— 73 — sammen. Wer einen Lulav sieht, der hat nur ein Herz zu Gott. *) E. Akiba wurde einmal befragt, was es bedeute, man habe einen kleinen Fuß im Traume. Du wirst zum Feste (bm) kein Fleisch zu essen haben, lautete die Antwort. Das Gegenteil bedeutet, wer im Traume einen großen, fetten Fuß hat2). Einer seiner Schüler träumte, er werde im Monate Adar sterben, den Monat Nisan werde er nicht sehen und was er säet, werde er nicht ernten. Adar bedeutet tfTitt du wirst durch den Glanz der Thora erhoben; Nisan, du wirst keine Versuchungen (^os) haben und endlich, du wirst deine Kinder nicht begraben3). Die Wurzel rftp kaufen kann auch Kohr bedeuten. Wer daher vom Kohr träumt, hat Weisheit zu erwarten, denn es heißt: Kaufe Weisheit4). Köhren hingegen stellen Vernunft in Aussicht, weil daneben das Plural *p^p steht5). Wie Homonyme, wurden auch gleichlautende, aber anders geschriebene Wörter zur Deutung verwendet. Wenn man z. B. von Gerste (mute) träumt, so weichen die Sünden von dem Träumer nach Jesaj. 67: deine Sünden weichen ho). Auch ein Buchstabe genügt zu wichtigen Folgerungen aus dem Traume. Da das erwähnte nftp Gutes bedeutet, so können alle mit p beginnenden Wörter zum Guten ausgelegt werden. Z. B. aop Kürbis, *nip Palmhirn, *n^p Wachs, arop Rohr6). Wer einen Elefanten ft^ö) sieht, wird Wunder (m»bö) erleben; wer Hunna, das Schuloberhaupt sieht, wird auch Wunder (Di) erleben; ebenso Chanina, Chananja, Jochanan. Bei letzteren sogar mehrere Wunder, da der Buchstabe 5 sich öfter wiederholt. Es schadet nicht, daß der verbindende Buchstabe nicht am Anfange des Wortes steht7). Besondere Beachtung verdient der Buchstabe ta. Dieser zeichnet sich schon dadurch von allen anderen aus, daß er den Zahlenwert von ritt« 1 + ^(0)+ 4(00) enthält und von 1—10 mit welcher Zahl immer multipliziert und die gegebenen Zahlen addiert sich selbst ergibt. Er spielt aber auch in der Schöpfungsgeschichte eine wichtige Rolle, da das oft wiederholte nita damit beginnt. Daher das n im Traume stets Gutes bedeutet8). Dieser Buchstabe verspricht Leben und diesem Buchstaben ist es zu verdanken, daß es auf der Welt einen Ort giebt, wo die Menschen niemals sterben9). Und Raba konnte nicht irren, als er einst bei Regenmangel sich nach einem Traume erkundigte und R. Eleazar erzählte, er habe im Traum folgendes gelesen: Guten Frieden dem guten Lehrer vom guten Herrn, der in seiner Güte Gutes tut. Das sich oft wieder- *) Da hat sich kein Vers dargeboten, daher entsprach auch die Hagada zum' Beleg, denn Sukka 45b wird das Herz mit dem Palmzweig verglichen. Berach. 57a. 2) j. Maas, scheni 55 c 25. 3) Das. Zum dritten Falle bot sich schon kein Wortspiel, so mußte er mit der Symbolik Vorliebe nehmen. 4) Cant. 47. 5) Berach. 56b. 6) Berach. 56b. Wachs deutet im ostpreußischen Volksglauben eine nahende Krankheit an. TJr-QueU V. 203. 7) Berach. 57 ab. 8) B. Kam. 55a, Sohar I 30b, II 230a. 9) Das. II. 151b.