Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 11 (1908)
- Issue
- 2 (1908)
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2638044-2638087-2638089--0595-2640576- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 68 -r~ .auf das Fell eines geopferten Widders. Er schlief ein und träumte von Heilmitteln, die ilim in natürlicher Gestalt oder in Symbolen und Bildern gezeigt wurden, welche dann die Priester deutetenx). Ohne die Gebrauchsanweisung anzugeben, erzählt der Talmud, daß bei Eegenmangel im Tempel der Heiden geträumt wurde, man soll einen Mann schlachten und es werde Regen kommen, was in der Regel auch geschah2). Josua b. Ghananja und Samuel bedurften sogar keines Mittels, um dem römischen Kaiser und dem König Sabur vorher sagen zu können, was sie in der nächsten Nacht träumen werden. Natürlich handelte es sich um aktuelle Fragen, die den römisch-persischen Krieg betrafen3). Von dem berühmten Geisterseher Swedenborg (1688—1772) wird erzählt, es habe sich eine gewisse Frau Marteville an ihn gewendet, als man von ihr eine Summe Geldes forderte, die ihr verstorbener Mann schon bezahlt hatte. Swedenborg versprach zu helfen und wirklich träumte die Frau, wo sich die Quittung befinde, welche am angegebenen Orte auch gefunden wurde. Denselben Traum hatte Swedenborg in derselben Nacht4). Eine ähnliche Geschichte erzählt Jehuda der Fromme5). Eine Frau haßte ihren Sohn und starb, ohne verraten zu haben, wo ihr Geld verborgen sei. Der Sohn wendete sich an eine Zauberin, die in der Nacht mit einem Messer ihre Kunst machte und zu Bette ging. Da kam ein Dämon, dem das Messer im Herzen stak, im Traume zur Zauberin und der Sohn des Dämons brachte die Mutter. Es entwickelte sich eine lange Verhandlung, bis der alte Dämon nach vielem Bitten bei der Mutter erwirkte, daß sie dem Sohn den Ort des Geldes verriet, wodurch er seine Schmerzen los wurde. Die Mutter machte dem Sohne wegen der verursachten Unannehmlichkeiten bittere Vorwürfe. Traumdeutung 'p-ins, aram. miBS. Einmal (Ri. 715) -ülö brechen, weil nach D. Kimchi das Geheimnis des Traumes aufgebrochen wird6). Als Traumdeuter: nhlö, aram. -itDött wird zuerst Josef erwähnt, welchen Beinamen er auch von seinem Vater erhält, denn sp^ma (Gen.4922 ist Spf» nfte7). Der Wohnort Bileams Tins (Num. 22 5) beweist, daß er anfangs Traumdeuter (niftlbn ""irvis), dann Zauberer war, später mit Hilfe des heiligen Geistes prophezeite und endlich wieder Zauberer wurde8). Den Wert, welcher auf die Traumdeutung zu legen ist, hat R. Jochanan in folgender Formel ausgesprochen: Alle Träume gehen nach ihrer Deutung, d. h. jeder Traum enthält soviel Wahrheit, wieviel in ihn hineingedeutet wird9). Dies wird durch folgende Geschichte illustriert: Eine Frau!) Döllinger a. a. 0. 193. Lehmann ib. I. 74. 2) Aboda Zara 55 a. Berach 56 a. *) Lehmann ib. I. 348. 5) Sefer Chass. 353. 6) Die Schriftausleger heißen trnrfiö oder ta,innsn die Auslegung Trans und Werke dieser Art Bwnö oder nwr© ^t3ü. Zunz, Zur Gesch. 197. Tnns wird auch in der Bedeutung: Übersetzung gebraucht. Blau, Leo Modena 21. 7) Agad. Beresch. 82; Beth hani. IV. 113. 8) Pseudo Jonath. z. St. Num. r. 20. 7. 9) *jTOnnö ^na *füVift mtbrift j. Maas, scheni 55c15