Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 11 (1908)
- Issue
- 2 (1908)
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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— 53 — Anmerkungen des Ubersetzers. l<>7) Beime beim Zusammenschlagen der Händchen: Koci,koci,iapki! Pojadziem do babki nsw. Wisla 17, 31; 4, 54.!08) Man sagt, das Gesiebt des Kindes mit seinen Händchen tätschelnd: Miau kicius, gdziezes biui? usw. (Miau, Kätzchen, wo bist du gewesen? Im Kämmerchen. Was hast du gemacht? Milch getrunken. Und mir hast du keine gegeben? Weil ich zu wenig hatte.) A psik! apsik! apsik! Dabei schlägt man es mit seinem Händchen auf den Mund. Wisla 17, 32. 109) Fingerspiel wie: Das ist der Daumen usw. Polnisch, kokoszka oder myszka jagielki warzyla (Hühnchen oder Mäuschen hat Grütze gekocht, hat sich das Schwänzchen verbrannt, hat dem gegeben, dem gegeben usw.), dabei ergreift man einen Finger nach dem andern und kitzelt zuletzt das Kind. Zbiör 10, 246. xlo) „Kälbchen zu verkaufen. Leutchen kommt gelaufen. Was soll das Lämmchen kosten? Anderthalb Groschen usw." Böhme, Deutsches Kinderlied und Kinderspiel 56, Nr. 232. Simrock, Das deutsche Kinderbuch Nr. 296. m) Wer beim Sitzen die Füße baumeln läßt, wiegt den Teufel. (Schlesien) Am Urquell 3, 39. (Galizien, Polen, Westrußland) Lud 2, 334. Wisla 17, 270. Zbiör 9, 44; 11, 202; 16, 267. 112) , Kinder, die rückwärts gehen, stoßen ihre Eltern in die Hölle. Polnisch, Wisla 17 270. Mat. antr. arch. 4, 135. Zbiör 10, 92; 11, 30; 14, 192; 16, 264. Mitt. schles. Volksk. 13, 57. (Böhmen) Wuttke 604. ins Grab, (Schweden) Svenska Landsm. 1274. (Island) Z.Y.Y. 8, 286; sehen den Teufel. (Nassau) Kehrein 2, 260. 113) Kinder dürfen nicht mit dem Schatten spielen. (Schweiz) Germania 5, 193. Liebrecht, Z. Volkskunde 424. (Mazedonien) Orientalist. Literaturzeitung 6, 467; oder ihn schlagen, (Polen) Zbiör 2, 127. 114) Nachweise für den Volksglauben an das nächtliche Bettnässen als Folge des Spielens mit dem Feuer bietet für Deutschland jede volkskundliche Sammlung, z. B. Wuttke 606. Für Polen Wisla 15, 330; 4, 870. Zbiör 16, 253. Holland, Wander Dtsch. Sprichw.-Lexikon H, 1289. Japan, usterr. Monatsschr. f. d. Orient 1896, 62. Schon bei Gellius nach Aristoteles. Lammert 135. u*) Ebenso Wisla 17, 269. Mat. antr. arch. 7, 58; 4, 130. Zbiör 14, 135; 193. Bei den Huzulen: Globus 69, 93. Andere üble Folgen Wuttke 606. Z. V. V. 4, 150. Z. ö. V. 1, 306. 116) Ißt ein Kind Suppenschnitte, so wird es vergeßlich oder lernt schwer. Schwaben, Württemb. Jahrb. f. Statist, u. Landeskunde. 1904, 108. in) Vgl. Lammert 144: „Besonders auf dem Lande . . empfängt die Phantasie des Kindes in frühesten Tagen oft kaum verwischbare Eindrücke. . . Am häuslichen Herde . . werden schauerliche Spukgeschichten aufgetischt. . . Kaum getraut sich das so geängstigte Kind bei eingetretener Dunkelheit vor die Türe. . . Die früh eingeimpfte Furcht und Neigung zum Sagenhaften ist treuer Führer bis zum Grabe." H8) Welches Spielgerät die Verfasserin bei dieser Behauptung im Sinne gehabt haben mag, geht aus dem weiteren Verlaufe ihrer Darstellung nicht hervor. Sollte sie Bogen und Pfeile gemeint haben, so sind diese, wie Anmerkung 128 zeigt, kein den Judenkindern eigentümliches Spielzeug, sondern die einzige Schießwaffe, die sich Kinder selbst anfertigen können, die deshalb durch die Erfindung des Schießpulvers nicht verdrängt werden konnte. 119) Über ähnliche Knopfspiele s. außer den in den „Spielen der jüdischen Kinder in Ostgalizien" in diesen Mitteilungen, 3. Heft, S. 55, angeführten Nachweisen Frischbier, Volksreime u. Volksspiele Nr. 720. Böhme, Kinderlied und Kinderspiel Nr. 463 f. 12<>) Belege für dieses, auch in Wien „Galgen" genannte Spiel, Mitt. 3, 54. Hennig, Preußisches Wörterbuch. Königsberg 1785, 164. Schumann, Lübeckisches Spiel- und Bätseibuch Nr. 253 a. 121) Allgemein verbreitet. Böhme 557. Schumann 253 b. 122) Mitt. 3, 54. ähnlich ist das auf dem Damenbrett gespielte „Wolf cuid Schafe". Böhme 559. Schumann 255.