Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 11 (1908)
- Issue
- 2 (1908)
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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m urenung versetze, woDei tue jimucr raicu, wci^uw jDuuuöbauc ^WvIIfflfei^^flafJv ^M^^H.iÜö^A.to11™^ Wer richtig geraten 111 JJieilung Versetzt, wcfDei tue Jimucr raten, weiuucr jyuCuisuauc beim Umfallen nach oben zu liegen kommt. Wer richtig geraten bat, gewinnt. Gewöhnlich wird um einen Geldeinsatz gespielt.129) Am Purim verfertigen oder kaufen die Knaben Gregars (Schnarren) ans Holz oder Blech, mit denen sie bei der Vorlesung der Megillah lärmen, so oft die Namen Hamans und seiner Söhne genannt werden.130) Das Purimfest, das einen durchaus weltlichen Charakter hat, ist bei den Kindern besonders beliebt. Sie verkleiden sich, setzen Papierhelme auf u. dgl. Mädchen nehmen jedoch an derartigen Maskeraden keinen tätigen Anteil. Außerdem nehmen die Kinder teil an den Süßigkeiten, mit denen die Erwachsenen einander zu beschenken pflegen. Am Sukkothfeste flicht man Einge aus Palmblättern, (aus Palmen-, Myrten und Weidenzweigen besteht der an den ersten sieben Tagen dieses Festes gebrauchte Strauß) und schmückt die Laubhütte mit Vogelbeeren und Maiskolben. Am Tischu-b'Ab vergnügen sich die Kinder damit, die Erwachsenen mit Kletten und Kartoffeln zu bewerfen. Zum Spielgerät läßt sich auch eine Vorrichtung zählen, die aus zwei miteinander derart verbundenen Holzstückchen besteht, daß ein Lederstreifen am oberen Ende des einen und am unteren des anderen befestigt ist, zwei Streifen dagegen am unteren Ende des ersten und am oberen des zweiten, so daß sich die Klötzchen sowohl oben als unten aufklappen lassen; ein hineingestecktes Hölzchen befindet sich infolgedessen bald unter einem, bald unter zwei Streifen.131) Die Judenkinder zeichnen fast niemals, schneiden auch selten aus Papier aus, dagegen falten sie es gern zu verschiedenen Figuren, wie Höschen, Vögel, Kähne, Schiffe, Tefillin u. dgl.132) Wie wir sehen, sind die Spiele vorwiegend Knabenspiele; die Mädchen spielen am liebsten mit Puppen, die sie mit der größten Zärtlichkeit behandeln. Obgleich diese gewöhnlich nur aus Stoffetzen verfertigt werden, so vermindert dieser Umstand doch ihren Wert nicht und tut den Gefühlen der jugendlichen Mutter keinen Abbruch. Aus dem vorstehenden geht hervor, daß die jüdischen Kinder wenig ihnen eigentümliche Spiele und gar keine von Gesang begleiteten besitzen. Das ist charakteristisch, und ich glaube, daß ihre Spiele hauptsächlich auf der Kenntnis des Eechnens beruhen und vorwiegend Zimmerspiele sind. Das erste ist das Kesultat der Beschäftigung der jüdischen Masse, sozusagen ein unbewußt angewandtes praktisches Erziehungsmittel; die Ursache des letzteren liegt in dem traurigen Schicksale dieses Volkes. Die immerwährende Angst, die von außen her drohenden Gefahren, die engen Ghettomauern lasteten wie ein schwerer Alp auf dem Geistesleben des jüdischen Kindes. Furchtsam, ohne Selbstvertrauen, fühlte es sich zuhause am sichersten und erschöpfte hier seine Einbildungskraft. Die Spiele der Kinder sind ruhig