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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1908-01-01 · 2 (1908) · p. Seite 47

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
11 (1908)
Issue
2 (1908)
Date
1908-01-01
Page
Seite 47 (sequence 7)
Language
German
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— 47 — Im Frühjahr spielen die Mädchen mit Steinchen oder Kalbsknöchelchen StruljMs. Von diesen nimmt eine Spielerin fünf in die Hand und wirft sie auf den Boden, dann wirft sie eins davon in die Höhe und rafft eins von den liegen gebliebenen auf, dann drei usw., bis sie alle fünf in die Höhe geworfen und aufgefangen hat. Dann wirft sie sie wieder auseinander, wirft einen Stein in die Höhe und rafft zwei vom Boden auf. Dann wirft sie drei in die Höhe und rafft zwei auf. Hat sie nun fünf Steine in der Hand, so wirft sie sie wieder auseinander, wirft einen in die Höhe und rafft drei auf. Dann wirft sie vier in die Höhe und rafft einen auf. Hierauf wirft sie sie wieder auseinander, wirft einen in die Höhe und rafft vier auf. Wieder wirft sie sie auseinander, wirft zwei in die Höhe und rafft einen auf. Endlich wirft sie alle fünf in die Höhe, fängt sie mit dem Handrücken auf, wirft sie wieder in die Höhe und fängt sie mit der hohlen Hand auf. Hat sie alle fünf aufgefangen, so hat sie gewonnen, wenn weniger, verloren. Manchmal spielt man bis zehn oder hundert, dann ändern sich die Spielregeln. Es werden dann der Spielerin so viele Steine gut gerechnet, als sie aufgerafft hat, und diejenige gewinnt, die zuerst die bestimmte Zahl erreicht hat. Wenn beim Spiele bis zehn oder hundert die Spielerin beim letzten Wurf einen Stein aufgerafft hat, so legt sie die übrigen vier in eine Reihe etwas von einander entfernt auf dem Boden aus, wirft den einen in die Höhe und rafft die vier auf. Hat sie beim letzten Wurf zwei aufgerafft, so muß die nach ihr an die Reihe kommende ebenfalls damit beginnen, zwei aufzuraffen, wenn drei, muß auch diese mit dreien beginnen usw. Hat eine zwar die richtige Anzahl aufgerafft, aber dabei die liegenbleibenden Steine berührt, so hat eine andere zu beginnen. Dasselbe gilt, sobald eine nicht alle auf den Handrücken fallenden Steine aufgefangen hat. Eine andere Spielweise ist folgende: Eine Spielerin wirft fünf Steinchen in die Höhe, so daß sie auf den Handrücken fallen, wirft sie mitdiesem auf, fängt sie auf und zählt sie. Hat sie so viele aufgefangen, als auf den Handrücken gefallen sind, so spielt sie weiter, bis sie zusammen fünfzig oder hundert Steine (je nach der Verabredung) aufgefangen hat dann hat sie gewonnen. Hat sie aber weniger aufgefangen, als sie auf den Handrücken geworfen hat, so kommt eine andere an die Reihe.126) Ein beliebtes Mädchenspiel ist Himl-Redl, das aus dem Werfen eines Steinchens und entsprechendem Hüpfen besteht. Eine Spielerin wirft ein Steinchen in das erste Feld der auf den Boden gezeichneten Figur, hüpft auf einem Beine hinein, hebt das Steinchen auf und hüpft ebenso wieder hinaus. Dann wirft sie das Steinchen in das zweite Feld, hüpft so hinein, daß ein Fuß in das erste und der andere in das zweite Feld kommt, und hüpft mit dem Steinchen wieder wie vorher hinaus. Nun wirft sie das Steinchen in das Feld 3, hüpft wie vorher hinein, auf einem Bein in

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