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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1908-01-01 · 2 (1908) · p. Seite 45

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
11 (1908)
Issue
2 (1908)
Date
1908-01-01
Page
Seite 45 (sequence 5)
Language
German
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— 45 — beeilt, den Punkt zu besetzen, der dem Gegner als dritter in der Reihe fehlt. Sind alle Papierstückehen gesetzt, so wird abwechselnd weiter geschoben, was nur auf einer Linie zulässig ist. Wer eine Mühle, d. h. drei in einer Eeihe hat, der darf eins der gegnerischen außer Spiel setzen, ist ihm dies mit allen geglückt, so hat er gewonnen.121) Das Spiel Zig in Wolf wird ebenfalls nur von Knaben gespielt. Ein Spieler hat zwölf quadratische Papierstückchen, die Ziegen vorstellen, der zweite eins von anderer Farbe, das den Wolf vorstellt. Als Spielfeld dient eine Figur wie die nebenstehende, von der das Quadrat in der Mitte die „Stadt" heißt, die vier kleineren die „Dörfer". Das Spiel beginnt der Wolf, der in der Mitte der Stadt steht. Die Ziegen können überall stehen, nur müssen sie durch einen Durchschnittspunkt der Linien vom Wolf getrennt sein, sie können also nicht an einer Ecke der Stadt stehen, sonst springt der Wolf über sie hinüber und nimmt sie. Steht aber auf dem Punkte hinter einer Ziege eine zweite, so kann sie der Wolf nicht schlagen, ebenso wenn hinter ihr kein Punkt vorhanden ist. Der Spieler, der die Ziegen spielt, sucht nun seine Ziegen vor dem Wolf zu schützen und ihn in der Stadt oder in einem Dorfe einzusperren. Der Wolf gewinnt, wenn er alle Ziegen genommen hat, die Ziegen, wenn dem Wolfe alle Wege abgeschnitten sind.122) A Mete (pol. meta: Ziel) wird von zwei oder auch mehr Spielern gespielt, auch von Mädchen. Auf einen der Halbkreise wird ein Stück Kreide gelegt, das der Spieler mit einem Atemstoß so weit als möglich zu blasen hat. Gelingt es ihm, sofort das mit 100 oder 1000 (je nachdem gespielt wird) bezeichnete Feld zu erreichen, so hat er gewonnen, wenn nicht, so kommt ihm nur der Zahlenwert des erreichten Feldes zu gute. Es wird der Eeihe nach geblasen, und wer zuerst 100 oder 1000 beisammen hat, gewinnt. Bleibt die Kreide auf der Linie zwischen zwei Feldern liegen, so ist der Zug verfehlt. Man spielt entweder ohne jeden Einsatz, oder um Obstkerne oder Nüsse. Es wird auch Schach mit Figuren gespielt, die aus Kork gefertigt werden, dieses Spiel ist jedoch weniger verbreitet. Öfter wird Lotto gespielt. Die vielfältigste Verwendung findet beim Spielen die Schnur. iOO T-o eo 3° ho $~o 60 70 vo 30

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