Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 11 (1908)
- Issue
- 2 (1908)
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 44 — gerollt ausgegeben. Ein Spiel bestellt aus 24 Karten, von denen je zwei mit gleichen Nummern, von 1 bis 12, bezeichnet sind. In dem Spiele „Einundzwanzig" kommt es darauf an, soviel Karten in die Hand zu bekommen, daß ihre Summe gerade 21 beträgt. Es gewinnt aber auch der, welcher weniger als 21 hat, wenn er nur mehr als die anderen Partner hat; wer aber weniger als die Anderen, oder mehr als 21 hat, der hat verloren. Wer also z. B. die Karte 12 hat, läuft Gefahr, wenn er eine zweite verlangt, denn wenn er die Karte 10 erhielte, hätte er verloren; hat er aber die Karte 9, so kann er unbedenklich eine zweite verlangen. Verwickelter ist das Spiel „Einunddreißig". Es beruht darauf, daß zur Kartensumme die Zahl 9 oder ein Vielfaches davon hinzugezählt wird. Wer zusammen 31 hat, der hat gewonnen. Wer also die beiden Zweierkarten hat, gewinnt, indem er 3 mal 9 dazuzählt, ebenso wer eine Elfer und eine Zweier hat, da er 2 mal 9 hinzurechnet, oder die beiden Elfer, indem er 9 dazuzählt. Die beste Karte sind die beiden Elfer und wer diese besitzt, hat den Vorrang vor den Anderen. Hat keiner 31, so gewinnt derjenige, der am meisten hat. Wer eine niedrige Karte besitzt, sucht durch einen hohen Einsatz die Mitspieler zu entmutigen, bewegt sie dadurch häufig, die Karten niederzulegen, und gewinnt. Am häufigsten wird ohne Einsatz gespielt — Das Spiel IJcs-miks oder Orde-borde-schorde \ wird sowohl von Knaben als von Mädchen ge- — spielt. Hierzu wird die nebenstehende Figur c mit Kreide auf den Tisch gezeichnet. Jeder der beiden Spieler verfügt über drei Zeichen: Striche oder Kreise. Sieger ist derjenige, dem es zuerst gelingt, seine Zeichen in eine Eeihe zu bringen. Der zweite Spieler sucht dies zu verhindern, indem er, wenn der Gegner bereits zwei Zeichen in einer Reihe hat, eins seiner eigenen auslöscht und damit jenes Feld besetzt, in welches der andere sein drittes Zeichen zu setzen bestrebt ist. Bei den polnischen Kindern ist dasselbe Spiel unter dem Namen „Galgenspiel" bekannt.120) In a Mihi (Mühle) wird nur von etwas älteren Knaben gespielt. Jeder der beiden Spieler hat neun quadratische Papierstückchen von einer andern Farbe. Zug um Zug werden mit diesen die Eckpunkte oder die Durchschnittspunkte zweier Linien besetzt. Jeder sucht drei in einer geraden Linie liegende Punkte zu besetzen. Hat er zwei Papierstückchen in einer Reihe so warnt er den Andern mit den Worten: HU dein Mihi! worauf sich dieser