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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1908-01-01 · 1 (1908) · p. Seite 33

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
11 (1908)
Issue
1 (1908)
Date
1908-01-01
Page
Seite 33 (sequence 35)
Language
German
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— 33 — dann erreicht hat, wenn die Verstandeskraft die der Einbildung ganz überwunden hat. Von wahren Träumen1) spricht öfter Juda ha-Levi. Hervorgehoben zu werden verdient folgende Stelle: Die Prophetie kommt nicht — wie die Philosophen meinen — daher, daß die Seele, deren Gedanken geläutert sind und die sich der wirkenden Intelligenz, die auch heiliger Geist oder Gabriel heißt, anschließt, welcher sie dann inspiriert; möglich erscheint es ihm in dieser Zeit im Traume oder zwischen dem Schlafe und Erwachen, als rede Jemand mit ihm, dessen Worte er mit der Seele, aber nicht mit den Ohren hört, im Gedanken und nicht mit den i^ugen sieht, er jedoch behauptet, er habe mit Gott gesprochen2). Simon b. Cemach Duran führt in einer ausführlichen Abhandlung über den Traum, die im Wesentlichen mit Levi b. Gerson übereinstimmt, den Grund der wahren Träume auf das Temperament des Träumers zurück. Schwarzhäutige Leute von kaltem und trockenem Temperament haben wahre Träume. Die Wärme verursacht häufigen Ubergang von einer Vorstellung zur anderen, so daß sich die Wahrheit nicht feststellen läßt. Hingegen die Kälte und Trockenheit sind standhafter und lassen den Träumer in derselben Vorstellung verharren. Darum haben rote Menschen unwahre Träume, wegen der vielen Wärme der Mischung ihrer körperlichen Säfte. Weißfärbige haben wegen der Feuchtigkeit überhaupt keine Träume, sollten sie aber dennoch träumen, so sind es wahre Träume, weil sie kalter Temperatur sind. Die schwarzen hingegen haben ausschließlich wahre Träume. Und so verhält es sich auch mit den Speisen. Rufen sie feuchte Dünste hervor, hat man unwahre Träume. Daher ist der Morgentraum wahr, weil die feuchten und warmen Dünste schon geschwunden sind und die Mischung natürlicher Kälte und Feuchtigkeit zurückbleibt3). Die Wichtigkeit des Traumes mußten die Philosophen schon darum anerkennen, weil er in gewisser — wenn auch entfernter — Verbindung zur Prophetie steht, sogar die erste Sprosse der dahin führenden Leiter bildet. „Du kennst — sagt Maimuni4) — die Wirkung der Einbildungskraft, die im Gedächtnisse behält die durch die Sinne empfundenen Gegenstände, sie aneinander reiht und ihrer Natur gemäß sie durchforscht. Ihre größte und wichtigste Wirksamkeit entfaltet sie aber, wenn die Sinne ruhen und ihre Tätigkeit aufhört. Da wirkt auf sie die Emanation ihren Anlagen entsprechend, und dies ist die Ursache der sich bewährenden Träume und selbst der Prophetie. Diese unterscheiden sich wohl in bezug auf das Mehr oder Weniger, jedoch nicht hinsichtlich ihrer Art. Darauf weist auch die Stelle in Berach. 57b hin, daß der Traum ein Sechzigstel der Prophetie sei5) und so ist 1) Die er maibm nina» 'bn *m D^tra» 'bn neimt- 2) Kuzari I. 4,1. 87, II. 60. 3) Mag. Ab. 70a. ff. *) Mor. Neb. II. 36. 5) Die Zahl 60 ist wichtig in der Ägada und Halacha, z. B. Baba.Mezia 30 b, Taan. 10a, Nedar. 39b, Sabb. 66b, 90b, 110a and öfter der Ausdruck 'öS 3^

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