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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1908-01-01 · 1 (1908) · p. Seite 29

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
11 (1908)
Issue
1 (1908)
Date
1908-01-01
Page
Seite 29 (sequence 31)
Language
German
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Geistern zu verkehren, geht daher auch üoner, wo sie wanrnercen n*xA Aisi&t\ Aam TTvATtimATi im TrairmA mitteilt *L Nim aber neschämä, der Geist, die höchste Stufe des Sems; ruaeh die Seele, der Sitz des Güten und Bösen; nefesch, eine niederere Stufe des Geistes, die unmittelbar mit dem Körper in Berührung steht. Die neschämä steht mit Gott in Verbindung, an ihr hängt der ruach und an diesem nefesch. Wer sich über nefesch nicht erheben kann, der ist an die unreine Seite2) gekettet. Wenn er schläft, kommen diese bösen Seiten (sitrin bischin) und sagen ihm im Traume verschiedene Dinge, die zum Teile falsch, zum Teile wahr sind. Manchmal scherzen sie und ängstigen den Schlafenden im Traume. Diese bösen Geister zerfallen wieder in drei Stufen, von denen die untersten die schlechtesten Träume verursachen und frech sind wie Hunde3). Natürlich ist die nefesch vom Wege der Besserung nicht ausgeschlossen und in diesem Falle kann sie sich zum ruach, sogar bis zur neschämä erheben, wonach sich auch der Traum anders gestaltet. Auf die Himmelfahrt der Seele deutet auch Hiob hin, wo es heißt: Einmal redet Gott und zweimal merkt es der Mensch nicht. Im Traume im Nachtgesicht, wenn tiefer Schlaf die Menschen befällt, im Schlummer auf dem Lager. Dann offenbart Er es den Menschen und hält mit ihrer Züchtigung zurück4). Da erklärt E. Chija: Wenn die Menschen schlafen, gehen die Seelen in die Höhe, jede ihres Weges und da hören sie von den Engeln Dinge die ganze Welt oder die eigenen Gedanken des Herzens betreffend und ihre Erfahrungen teilen sie dann den Menschen mit5). Nach einer anderen Meinung besitzt jeder Mensch zwei Seelen: ru^ch und neschämä. Ersterer durchzieht die Welt von einem Ende bis zum anderen und das ist der Traumspender^ während letztere in ihren innersten Gemächern verharrt6). Die Solle des ruach wird auch der neschämä zugeteilt: Sie gleicht einer beflügelten Heuschrecke, deren Fuß mit dem Eückgrat des Schlafenden durch eine Kette verbunden ist und wenn der Mensch schläft, zieht sie aus, schweift in der Welt herum: das sind die Träume, welche der Mensch sieht. Daher antwortet der Schlafende nicht, wenn man ihn ruft; wird er aber berührt, antwortet er gleich7). Die Kette nämlich löst ihm die Zunge8). In der griechischen Mythologie werden Schlaf tincL Tod als Brüder dargestellt, denen der Traum verwandt ist9). Nach der Odyssee (w 12) haben die Träume ihre eigene i) Das. 130a. 2) yj^Dtt ^ttD oder »pKütH »"VöÖ ™& aucil »Tltt* SO^TT Säule des Gerichtes. 3) Sohar III. 25a. 4) Hiob 5) Sohar in. 183a. 6) Beth. ham. V. 57. i) Das. V. 45. 8) Aus dem Eückgrat des Menschen, wenn er sich vor Gott nicht bückt, wird ein Dämon geboren und dort ist auch der unverwesliche Knochen zu suchen, aus dem einst der Mensch zu neuem Leben aufersteht. Bei Gottlosen aber wird aus dem Eüekgrate eine Schlange (Eab. Kam. 16a. Toßaf. das. s. v. fc^m)- 9) Der Schlaf verhält sich zum Tod und der Traum zur Prophetie wie 1: 60 (Berach. 57b).

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