Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 11 (1908)
- Issue
- 1 (1908)
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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— 27 — Daniel 816 ist es wirklich Gabriel, aber als Erklärer und nicht als Urheber der Vision. Gabriel kann nicht allen Tränmenden znr Verfügung stehen und es wäre auch den Frommen gegenüber ungerecht. Es muß daher der sittlichen Stufe des Menschen entsprechend verschiedene Klassen traumvermittelnder Geister oder Engel geben. Josef z. B. hatte Gabriel zum steten Begleiter und seine Träume, wie auch die Pharao's und der zwei verhafteten Hofbeamten stammen von Gabriel, da er über die Träume gesetzt ist1). Aber der oben erwähnte und noch oft zu erwähnende Eaba war in Verlegenheit, als er an einer Stelle (Zach. 102) las, daß Träume unnütz reden, während es an anderem Orte (Num. 126) heißt: im Traume rede ich mit ihm (dem Propheten). Er konnte den Widerspruch nur dadurch ausgleichen, daß im ersten Falle von einem Dämon, im zweiten von einem Engel die Kede sei2). Ebenso der treue Hirte im Sohar3), nur fügt er noch hinzu, daß damit das Stroh gemeint sei, wovon der Prophet Jeremia 2328 spricht. Denn wie es kein Getreide ohne Stroh gibt, so gibt es keinen Traum ohne unnütze Keden4). Da durch Engel vermittelte Träume nur den Bevorzugten zuteil werden, daher einen Grad der Prophetie darstellen, so fällt die Hauptrolle den übrigen Geistern und Dämonen zu. Es gibt sieben Himmel, die unter Aufsicht je eines Aufsehers schöter stehen, dem viele Fürsten (sarim) untergeordnet sind. Der Aufseher des siebenten Himmels hat 46 solcher Untergeordneten, die den Namen Genius oder Fürst führen und den Menschen die Träume vermitteln5). Auch mit Abimelech hat nicht Gott selbst im Traume gesprochen, sondern sein Genius, da er nicht würdig war, daß Gott oder ein Engel mit ihm verkehre6). Wenn Pharao's Traum von den sieben Ähren von Gabriel stammt, der von den sieben Kühen hat schon seinen Genius zum Urheber, weil ja der König ein Kalbanbeter war7). Nach einer anderen Version war es der Hauptdämon Sammael, der Pharao den Traum mitteilte, um ihn von den zehn Plagen zu befreien. Dieser Dämon wußte nämlich, daß von Jakob sieben Helden abstammen und wollte darum diese mit sieben bösen Geistein verbinden, um sie zur Sünde zu verleiten. Für Juda bestimmte er Tamar, für Josef die Gattin seines Herrn Potifar, für Moses seine Gattin Cipora, für Pinchas seine Mutter (?), für Josua die Buhlerin Eahab, für Dan d. L Simon fremde Weiber und für David seine Urgroßmutter B,uth(?). Demgegenüber ließ Gabriel den König sieben fette Kühe sehen, d. h. sieben reine Geister, um den Plan Sammaels zu durchkreuzen8). Mit einem anderen nicht weniger berühmten Dämon der wohl mit Sammael identisch sein mag, hatte es E. Simon b. Jochaj zu tun. Als er nämlich Jalk. Kub. 63a. 2) Berach 55b. 3) m. 234b. 4) Nicht uninteressant ist die Bemerkung Ch. I. D. Azulai's, daß maläch den Zahlenwert von betelim hat 91, d. h. jeder Traum stamme yon einem Engel, nur mancher yon einem guten, ein anderer yon einem bösen, d. i. yon einem Dämon. 5) Jalk. Bub. 4a. 6) Das. 41a. i) Das. 66b. 8) Das. 66<".