Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 11 (1908)
- Issue
- 1 (1908)
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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— 16 — und «alz auF*). Von diesem .Leiden werden die Judenkinder sehr hällfixr hAliruyASiiAht- Itaiti Wnn/^Ar f\n ao üar\ Mii-Hunm nia /viT»-fall+ Dagegen bemüht man sich, von Eichhörnchen angenagte Nüsse zu bekommen, da diese die Zähne gesund und stark machen. Die schlechte und unzweckmäßige Ernährung der Kinder? die sofort nach dem Entwöhnen die Kost der Erwachsenen (Kartoffeln, Kübensuppe, Buchweizengrütze) bekommen, verursacht häufige Magenleiden der Zwei- bis Dreijährigen100). Dann ist Rizinusöl das erste Heilmittel, das nicht selten zum Schaden des Kindes im Übermaße angewendet wird101). Die meisten Opfer unter dem jüdischen Nachwuchs fordert die Jcinderische Dorr, die nach der Ansicht des Volkes von Überladung des Magens herrührt und sich in blasser Gesichtsfarbe, aufgetriebenem Unteiieibe und ständigem Abmagern, dar wem, des Kindes äußert. Solche Kinder werden in Absud von Hammelfüßen und von Weizenkleie gebadet, jedoch zum Teil ohne Erfolg102). Das nie (mit Ausnahme der ersten Lebenstage) gebadete, nur einmal wöchentlich, am Freitag, gewaschene (wobei auch nur Gesicht, Ohren und Hals mit dem Wasser in Berührung kommen) jüdische Kind ist mit einer Schmutzschicht bedeckt und bietet daher einen günstigen Nährboden für Hautkrankheiten, wie Krätze, die man mit Schwefelsalbe kuriert, sowie ansteckende Krankheiten, die unter den Judenkindern große Verheerungen anrichten103). Zu den häufigsten Krankheiten gehören Keuchhusten, Lungenentzündung und Masern. Diese Krankheiten hält das Volk für minder gefährlich und behandelt sie gewöhnlich mit Hausmitteln; im äußersten Falle wird ein Bader zu Kate gezogen. Am wenigsten werden die Masern gefürchtet, weil nachdem Volksglauben jeder diese Krankheit überstehen muß. Die Behandlung der Masern besteht darin, daß das Kind warm zugedeckt wird und recht viel Met zu trinken bekommt. Damit die Masern ausbrechen, hängt man dem Kinde Korallen um der Hals, denn diese ziehen alle Krankheiten aus dem Kinde heraus. Als die gefährlichsten Kinderkrankheiten werden die Blattern und die Bräune angesehen, von denen namentlich die letztere reichliche Ernte unter den jüdischen Kindern hält. In diesen Fällen nimmt man immer zu einem Arzte seine Zuflucht, versäumt aber dabei, wenn der Zustand bedenklich wird, auch andere Mittel nicht. Solche sind: a) Man gibt dem Kinde einen anderen Namen von guter Vorbedeutung, wie Ghajim (= Leben) oder Alter, um den Todesengel irre zu führen104). b) Die Mutter überträgt das Kind durch einen Scheinverkauf einer Frau, deren Kinder sich guter Gesundheit erfreuen105). c) Man mißt das Kind mit einen Faden, den man dann