Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 11 (1908)
- Issue
- 1 (1908)
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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— 13 — e) Man läuft damit auf einen Scheideweg. f) Man läßt es dreimal von einem Erstgeborenen „abblasen". g) Man führt es dreimal zwischen dessen Beinen durch74). Das Besprechen erfolgt auch mit Hilfe von Besprechungsformeln, in deren Kenntnis die Wissenden vor dem 13. Lebensjahre eingeweiht worden sein müssen. Sie halten dabei ein Tuch in der Hand, das das Kind früher auf dem Kopfe getragen hat. Man wendet diese Formeln nicht blos bei Kindern, sondern wenn nötig auch bei Erwachsenen an. Von derartigen Formeln sind mir die folgenden bekannt geworden. Die erste kann ich nur in Übersetzung aus dem jüdischdeutschen Original wiedergeben: 1. „Ich beschwöre euch, ihr Zauber (Ajin-hore), welcher Art ihr auch seid, sei es von einem Knaben oder einem Mädchen, einer Manns- oder Weibsperson, einem Ehemanne oder einer Ehefrau, welche N. N. (Name des Beschrieenen und seiner Mutter) beredet oder angesehen haben, daß ihr von seinen Gliedern und Adern weichet. Amen, in Ewigkeit iLmen!" Hierauf wird der 91. Psalm rezitiert. m^ia nnai :nbin mala nna tybo )tj b* nmai* nvoi iobto 2nDT da ^rabin üyü rran ibi nbin i^s mm« nnai :nbin i^a (nb) ib nras d»i nipn Yö*n n*iD ib bisn die (nb) ib twy urb tnbMi ö\yh iti ib "pa D^nrc dm rrpTti swo bir> rtn die? p^tn on» in mbttn bai srin diiöi a-obm mto "s"n"sb am «b m^zo p? ^b£ ms p tpi^ ms p nirm inap qoi^ shte "py muri 5pÖ 5p8 HIB? T)* 5Tt7S man 2. „Drei Frauen stehen auf einer Felsspitze. Die eine spricht: „krank" die zweite: „nicht krank", die dritte „nicht krank und es wird keine Krankheit geben!" Wenn ein Mann ihm (ihr) etwas Böses angetan hat, so möge das Haar seines Hauptes und seines Bartes ausfallen, und wenn eine Frau ihm (ihr) etwas Böses angetan hat, so mögen ihre Zähne und Brüste schwinden. Wie das Meer keine Wege hat, und die Fische und Ameisen keine Eingeweide, so möge N. dem Sohne N. (Name des Beschrieenen und seiner Mutter) keine Krankheit und kein Übel zustoßen. Und möge kein Schade und kein böser Blick über ihn Macht haben, denn aus dem Samen Josefs stamme ich her, wie geschrieben steht: „ein grünendes Eeis ist Josef, ein grünendes Eeis an der Quelle, seine Triebe reichen über die Mauer. (I. M. 49, 23.) Agf. Sgf. Ngf."75) 3. (In polnischer Übersetzung mitgeteilt von H. Lew in seiner Arbeit über Jüdische Volksmedizin im Warschauer „Izraelita" Jahrg. 1896.) „Im Namen des allmächtigen Gottes komme ich zu bitten und zu beten für die Gesundheit des Beschrieenen (Name des Kranken und seiner Mutter), daß Du, barmherziger Gott, den Engel Metatrion senden wollest, um den Zauber abzutun, sei er von einem Mann oder einem Weibe. Und wie der Beschrieene nicht weiß, woher und von wem der Zauber über ihn gekommen, so möge er auch nicht wissen, wohin er schwindet. Gebiete also,