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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1908-01-01 · 1 (1908) · p. Seite 11

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
11 (1908)
Issue
1 (1908)
Date
1908-01-01
Page
Seite 11 (sequence 13)
Language
German
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— 11 — müßte sie versiegen, falls eine Maus davon kosten würde; sie flickt auch keine von Mäusen angenagte Kleidungsstücke, es nach Ostern, wo die dächte 'kürzers£5a,^naÄzvfewltnn^iÖta es nach Ostern, wo die Näclrte^ Samstag54). Zum letztenmal bekommt das Kind auf der Schwelle zu trinken, damit es, wie man sagt, die Brust rascher vergesse. Nach der Entwöhnung darf ihm die Brust nicht mehr ge reicht werden, damit es nicht a schlecht Oig, die Gabe des bösen Blicks bekomme55). Der Periode des Zahnens geht hartnäckiger Speichelfluß voraus, den man zu stillen sucht, indem man den aus dem Munde fließenden Speichelfaden mit einer Schere durchschneidet? oder den Mund mit einem Katzenschwanz abtrocknet. Die ganze Periode erfüllt die Mutter mit großer Unruhe und sie gebraucht verschiedene Mittel, um das Zahnen zu erleichtern. Sie steckt dazu dem Kinde einen Kamm in den Mund56), läßt ihm von einem Erstgeborenen mit dem kleinen Finger der rechten Hand das Zahnfleisch reiben, und hängt ihm um den Hals einen Wolfszahn, eine in Milch gekochte Veilchenwurzel (Kadix Iridis florentinae)57), oder ein Halsband aus Muscheln, Bernstein, einem Ring und einer die Feige zeigenden Hand, beide aus Knochen geschnitzt. Es gilt als gute Vorbedeutung, wenn zuerst die unteren Zähne erscheinen, das Gegenteil ist ungünstig. Am besten ist es, wenn das Kind die Zähne bekommt, wenn es ein Jahr alt wird; das beweist, daß es einen gesunden, „harten" Kopf hat; kommen aber die Zähne früher, z. B. schon nach drei Monaten, so verrät dies, daß das Kind schwach sei und einen „weichen" Kopf besitze58). Die ersten Zähnchen werden freudig begrüßt, trotzdem werden sie vollständig vernachlässigt, da sie ja ohnehin wieder ausfallen. Verliert ein Kind einen Zahn, so wirft man ihn auf den Ofen, indem man dreimal ausruft: „BaMe, Babele!", oder häufiger: „Maus, Maus, da hast du einen beinernen, gib mir einen eisernen"59). Ist das Kind ein Vierteljahr alt, so hält man es aufrecht, im Alter von etwa drei Vierteljahren beginnt man, es auf den Füßen stehen zu lassen. Wenn es ein Jahr alt geworden, noch nicht gehen kann, stellt man es in einen auf Bädern laufenden Gehstuhl, Steh Berikele, in dem es sich fortbewegt60). Damit es früher zu gehen anfange, stellt man es auf die Schwelle und zieht unter den Fußsohlen ein Messer dreimal durch, überzeugt, daß das Messer die Bande durchschneidet, die den Gang des Kindes hemmen. Fällt das Kind, so muß man auf die Stelle, wo es gefallen ist, Wasser schütten, weil „die Erde das Kind an sich zieht" und das Wasser diese Wirkung aufhebt61). Man darf ein Kind nicht durch das Fenster reichen62) oder darüber schreiten63), sonst wächst es nicht mehr. 2*

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