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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1908-01-01 · 1 (1908) · p. Seite 10

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
11 (1908)
Issue
1 (1908)
Date
1908-01-01
Page
Seite 10 (sequence 12)
Language
German
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b) der Waschtrog nicht aus der Wohnung entfernt, e) ^c^^sms^^ss^jpä^^ 3Qmßm^K^K,MM7 wenigstens auf eine kleine Weile sich niedersetze45). \jj VLCtX CXiX-lX VOVX1U11 J wxxwx , -vw-t ">-t-t'w tt w»^-**>_r-. ----^ wenigstens auf eine kleine Weile sich niedersetze45). Weint das Kind trotzdem des Nachts, so schlägt man es mit einer Kute, die man hernach auf einen vorüberfahrenden Wagen wirft. Acht Tage nach der Geburt wird das Kind in die Wiege gelegt, ein Mädchen schon früher. Bevor dies geschieht, wird eine Katze darin gewiegt, und ein Knabe noch außerdem vorher mit Rosinen und Mandeln beworfen. Als Unterlage gebraucht man Stroh oder Heu, als Decke ein Federbett. Im ersten Jahre schläft das Kind nur tagsüber in der Wiege, des Nachts hält es die Mutter in ihrem Bett, um nicht aufstehen zu müssen. Aus Besorgnis um die Gesundheit des Kindes sieht die Mutter darauf, daß die leere Wiege nicht geschaukelt werde46); aus demselben Grunde wird auch die Wiege, nachdem sie ihre Dienste getan, nicht verkauft47). Beim Einschläfern des Kindes spricht ihm die Mutter mit den zärtlichsten Worten zu und singt ihm innige Wiegenlieder*), was jedoch nicht ausschließt, daß sie ungeduldig wird, wenn es nicht bald einschlafen will, die Wiege heftig schaukelt, und wenn es älter wird, es mit dem JBabuk (Butzemann) oder dem Dfjad mit der Torbe (dem Alten mit dem Sack) schreckt. Damit das Kind gut schlafe, nimmt man aus einem fremden Wagen etwas Heu und legt es unter das Kissen. Das schlafende Kind wird nicht geküßt, um ihm den Schlaf nicht zu nehmen48). Lächelt es im Schlafe, so bekommt es einen Klaps. Vor dem schädlichen Mondlicht muß es bewahrt werden, denn wenn der Mond das Kind bescheint, wird es gelb und kränkelt49). Dagegen gibt es jedoch ein wirksames Mittel: Nach Sonnenuntergang stellt man ein mit Wasser gefülltes Glas aufs Fenster, wirft den Ehering und einige Körner Hirsegrütze oder eine Brotrinde hinein und spritzt am nächsten Morgen vor Sonnenaufgang das Wasser auf das Kind, oder befeuchtet ihm damit Mund und Schläfen50). Die Brust wird dem Kinde erst am dritten Lebenstage gereicht— bis dahin bekommt es nur Zuckerwasser und Kamillentee51), worauf es fast ohne Unterlaß gestillt wird. Kaum beginnt das Kind zu weinen, so vermutet die Mutter — wenn nicht eine nasse Windel die Ursache ist — es habe Hunger, und legt es sofort an die Brust.- Um dem Kinde reichliche Nahrung bieten zu können, genießt die Mutter Schwarzkümmel (Nigella sativa) und trinkt viel Bier52). Um die Milch nicht zu verlieren, hütet sie sich, davon auf den Fußboden zu verspritzen, denn dann *) Solche Wiegenlieder s. in den (Mitt. XI, 65 ff. besprochenen) „Jüdischen Volksliedern in Bnßland" von Ginsburg u. Marek. Petersburg 1901.

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