Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 616 (sequence 647)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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616 Flesch, Der Pinax von Austerlitz. Die Spenden flössen nur spärlich ein und so wurden am Sabbat, 19. Sivan (=31. Mai 1812), die Gemeindemitglieder durch öffentliche Verlautbarung in der Synagoge zum Spenden aufgefordert. Am 6. Juni spendet ein Gemeindemitglied 90 f 1.; von jetzt ab gingen die Spenden reichlicher ein. Am Neujahrstage 573 (= 7. September 1812) spendet R. Chajim Kadisch 18 böhmische Groschen in „Valuta", wofür er 4 Gulden 30 in Bankozettel erlegt. Auch Bezalel aus Kromau1) spendet in „Valutageld" 2 mal 18 böhmische Groschen, „macht in Bankozettel 9 fl." Aus den Spenden im Betrage von 1138 Gulden 33 Kreuzer wurden Ende des Jahres 1812 zwei silberne Vasen im Gewichte von 51% Lot angekauft. Das Lot Silber wurde mit 22 fl. Bankozettel 1133 fl. angerechnet, der Restbetrag von 5 fl. 33 auf neue Rechnung vorgetragen. Am Sabbat Ausgang Abschnitt wajechi 573 (= 19. Dezember 1812) wurde die Rechnung über die eingelaufenen Spenden abgelegt2). — Erinnert der Berdon (s. oben), 1742, nach dem ersten schlesischen Kriege eingeführt, an die Umsatzsteuer, der minderwertige Bankozettel an die Inflation, das Valutageld3) an die hochwertige Edelvaluta der Neuzeit, so gemahnt das durch Patent an die Einlösungsämter abzuführende Silber im Jahre 1810 (eine Folge des Krieges zwischen Österreich und Napoleon) an die Beschlagnahme des Silbergeldes nach dem Weltkriege. Nichts Neues unter der Sonne! 1) Bezalel aus Kromau ist mit Bezalel b. mhrr Ahrem Fröhlich identisch, der am 2. August 1846 als Vorsteher von Kromau gest.; s. Haskarahbuch Kromau. 2) Gb. S. 424a. 3) Eine Folge des Krieges von 1809.