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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 615

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 615 (sequence 646)
Language
German
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Flesch, Der Pinax von Austerlitz. 615 6 fl. —Vorsänger für November 12 fl. —Während des Kriegslärmes dem Sender Deutsch ein Faß verloren gegangen 20 fl. — Summe der Ausgaben 2253 fl. 22. Einnahmen 2383 fl., bleibt Rest 129 fl. 38 Kreuzer. — Im Jahre 1810 wurden die „Unkosten" für den Krieg von 1809 bezahlt1). Es bekam ein Soldat für strenges Eintreiben 2 Gulden2). Im selben Jahre wurde der Gemeinde von der Cameralcassa eine „Bonification" von 600 fl., für die von den französischen Truppen3) im Jahre 1805 „verursachten Unkosten" angewiesen. Am 13. April 1810 und am 4. Juni 1810 mußte die Gemeinde das Silber4), welches Eigentum der Synagoge war, um 445 fl. 24 bei den Einlösungsämtern in Brünn abgeben. Auch ein Becher, welcher Eigentum des verstorbenen Rabbiners5) war, wurde verkauft und 20 fl. 42 Kr. in Abschlag gebracht. Die silberne Lampe zum ewigen Lichte war verpfändet und wurde um 190. fl (incl. „Unkosten") eingelöst6). Am 16. September 19107) wurden bereits aus Spenden und Gemeindemitteln ein paar silberne D^n (silberne Vasen zur Bekleidung der Holzgriffe) zur Thorarolle im Gewichte von 63% Lot Silber angekauft. Das Lot Silber wurde mit 8 Gulden bezahlt; die Summe der Ausgaben für diesen Thoraschmuck betrug 508 Gulden. — Am 19. Mai 1812 brach in der Christenstadt Austerlitz, in der Butschowitzer Gasse ein Feuer aus und es wurden von 52 Gemeindemitgliedern 74 Gulden 40 Kreuzer in Bankozetteln gespendet8). Am Wochenfest 572 (=17. Mai 1812) wurden die ersten Spenden für einen zweiten Thoraschmuck gelobt9). 1) Gb. S. 414a. 2) Gb. S. 414b. 3) Durch die Schlacht bei Austerlitz; Gb. S. 415a. 4) Gb. S. 418a. „Das Silber mußte den Herrn bei den Einlösungsämtern in Brünn laut Patent abgeführt werden und es wurde darüber ein Punzierungsschein ausgefolgt. 5) Gb. ibid.; gemeint ist der Rabbiner Jakob Klein-Gleiwitz, vgl. oben. 6) Gb. 418a. 7) Gb. 418b. 8) S. 422b. Nach dem Staatsbankerott wurden die Bankozettel entwertet und das Silber-Valutageld war hoch im Werte. 9) Gb. 422ff.

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