Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 617 (sequence 648)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die Kaxiitzer Synagoge. Von Heinrich Flesch. Durch den Einfall der Schweden hat die Gemeinde Kanitz ihre erste Synagoge, welche in der Nähe des Schlosses der Grundherrschaft gestanden, eingebüßt. Die derzeit noch gut erhaltene Synagoge wurde im Jahre 1652 erbaut. Das Chronostich (früher an der Ostwand von außen angebracht, jetzt nur noch im Memorbuche erhalten) lautet: 7D3 'W pinttH Htn fTin und ist Chaggai 2, 9 entnommen. Der ältere Bau ist in maurischem Stile ausgeführt, der spätere Zubau weist keinen ausgesprochenen Stil auf. Abbildung I. Die Südansicht der Synagoge. Ein altes ornamentiertes Steinportal führt durch ein gewölbtes Vorhaus in die Männerabteilung; die moderne Holztüre führt zu den Frauengalerien. Abbildung II. Oben die Frauengalerie (älterer Teil), getragen von 4 Steinsäulen, der untere Teil gewölbt, zeigt noch den unveränderten alten Baustil. Ein Messingluster, sechsarmig, über dem herrlich modellierten Schaft ein Adler mit ausgebreiteten Flügeln (siehe auch Abbildung III), auf welchem eine männliche Figur reitet, die in der rechten Hand ein Feuerbündel (Blitzstrahl) und in der linken Hand den Zunder hält. Ein ähnlicher Luster in der Altneusynagoge in Prag und in der Synagoge zu Worms1). Abbildung IV. Ein sehr alter achtarmiger Messingluster, an jedem Arme stilisierte Engelfiguren mit Flügeln und Menschenantlitz. 1) (Auch in der zu Königswart. Dr. Grunwald.)