Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 591 (sequence 616)
- Language
- German
- Belongs to
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F1 e s c h, Der Pioax von Austerlitz. 591 verlassen. Der Rabbiner muß aber auch ein religionsgesetzlich gültiges Gelübde njn f?J? „auf die Absicht" des Vorstehers Itzik Löb, des vornehmen Moscheh Wolf, des gelehrten mhrr Josef Bär und des angesehenen Lipmann Kadisch ablegen, daß er nichts mehr unternehmen werde, um seinen hiesigen Aufenthalt zu verlängern, weder ein weltliches noch ein jüdisches Gericht in Anspruch nehmen, aber auch andere nicht dazu veranlassen wolle. Sollten aber die genannten vier Männer nach Ablauf dieser Zeit einstimmig für eine Widerwahl eintreten, so darf der Rabbiner sein Gelübde lösen lassen und um eine Neuwahl ansuchen. Sollte aber auch nur einer der Männer gegen eine Wicierwahl sein, so muß der Rabbiner am Cheschwan Neumondstage 530 (= 1. November 1769) seinen hiesigen Wohnsitz ohne jede Verzögerung verlassen und erhält 32 Gulden Reisekosten. So geschehen, Sonntag 3. Kislev 529 (= 13. November 1768)." Später ist es aber doch zu einem Ausgleiche und dauerndem Dienstverhältnisse gekommen, denn Jakob Simcha Leipnik war noch 1779 Rabbiner in Austerlitz1). Im Jahre 1778 leitet er die Sammlung für die Abgebrannten in Austerlitz und bringt auch die gesammelten Beiträge zur Verteilung. Am Mittwoch, d. dritten Laubhütten-Halbfeiertag 19. Tischri 540 (=29. September 1779), fertigt er den Pacht- 1) Vgl. Gemeindebuch S. 25a. An Spenden gingen ein: Gemeinden Pohrlitz 7 Gulden, Damborsitz 3fl., Butschowitz 8fl., Trebitsch 18 fl., Teltsch 10 fl., Kromau 3 fl., Aussee 2 fl, Gaya 6 fl., Meseritseh 10 fl. Kanitz 4 fl., Mislap (=Missütz: Mislap ist Kontraktion aus dem cechischen Miroslav, das gleiche gilt von dem Familiennamen Mislob. Herkunftsname Misslitz) 12 fl., Eibenschütz 8 fl., Leipnik 8 fl. 3 Kreuzer und 3/s> Prossnitz 15 fl., Lomnitz 4 fl. 16 Kreuzer, Raussnitz 35 fl. Eine Spende aus ( Goitein Kojetein; die Familiennamen Goitein und Gothein sind Herkunftsnamen Kojetein) 4 fl. 30. — Nachträglich aus Pölitz 5 fl. 30 Kr. Von letzteren 5 fl. 30 wurde dem Moscheh Arje ein Reichstaler ( 1.30) gegeben, es blieben noch 4 Gulden in Händen des Rabbiners, diese 4 Gulden wurden bei seinem Scheiden von hier von seiner Gehaltsaufbesserung in Abzug gebracht, wie aus der Quittung zu Händen des Vorstehers R. Sender (Abkürzung von Alexander, daher die Familiennamen Sender, Sander, genet. Form Senders, Sanders) ersichtlich. Für diesen Betrag hat der Vorsteher einen Talis für das Gotteshaus angeschafft. Der Nachtrag ist undatiert, dürfte von Ende 1779 sein.