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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 572

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 572 (sequence 596)
Language
German
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572 Flesch, Der Pinax von Austerlitz. der Gemeinde, beschlossen wurde, den Berdon einzuführen in unserer Gemeinde u. z. von jedem, Geschäfte alles durch Los und Eid, wie angegeben, ist doch die Durchführung infolge der erschwerten Verhältnisse nicht gelungen. Da der Feind die Oberhand bekommen1) und in unsere Gemeinde, in unser Land eingedrungen, so mußten wir große, schwere Summen zahlen, außer den Opfern, die wir für unsere fromme Kaiserin aus diesem Anlasse mehrere Male bringen mußten, dafür hätte die Berdonabgabe nicht genügt. Reichen ja die Berdonabgaben nicht hin, um die Ausgaben eines gewöhnlichen Jahres zu decken, geschweige denn in der Kriegszeit, in welcher die Ausgaben außerordentlich hoch. Es versteht sich von selbst, daß wir die Schulden, welche die Gemeinde auf allen Seiten den Gutsherrschaften schuldet, auch die Schuld an Baron Degen, die sehr groß und die wir in der Zeit des Kriegslärmes aufgenommen, um die Abgaben für das Heer der Preußen zu zahlen, derzeit nicht zahlen können. So haben sich neuerlich die 7 Männer, die an der Spitze der Gemeinde stehen, sowie die 23 Männer zusammengefunden, um zu ergründen, was zum, Wohle der Gemeinde geschehen muß. Es wurden die oben angeführten Punkte bestätigt, nur noch hinzugefügt, daß durch 3 Jahre — von heute bis zum Neumondstage des Monates Cheschwan im Jahre 508 (= 5. Oktober 1747) —von jedem hundert Kapitalgeld, wie weiter angegeben wird, eine Steuer zu entrichten. Es wurde alles wiederholt, weil ja auch Neueinrichtungen getroffen, zu erleichtern oder zu erschweren, deren Aufrechterhaltung strenge geboten und deren Übertretung mit dem großen Banne belegt. Geschehen in der Vollversammlung der 7 Vorstände und der 23 Männer für die folgenden 3 Jahre. Von Waren, wie oben erwähnt, von jedem Gulden 1 Gröschel. Von sicherem reinen 1) Gemeint sind die Preußen während des ersten schlesischen Krieges. Beachtenswert ist die hingebungsvolle Treue für Maria Theresia. Der Dank dafür ward den Juden schon im März 1742. Es wurde auf allerhöchsten Befehl Ihrer Königl. Majestät aufgetragen, bis zum 20. März 50000 fl. rheinisch bar zusammen zu legen, widrigens alle Juden aller Orten, wo sie in Mähren anzutreffen, geplündert und niedergemacht werden würden; s. weiter unten.

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