Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 487 (sequence 508)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Gr r u u w a 1 d, Mattersdorf. 487 so auch das Fest. Die anderen Weisen sagen gar nichts, sondern sie essen und trinken bis zu den Tagen des Messias. Für 4: verschiedene Knaben ist die Megilla bestimmt: den Klugen, den Narren, den Harmlosen und den, der nicht trinken kann. Wie fragt der Kluge? „WTas sollen euch diese Zeugnisse, Satzungen und Rechte, euch Tag und Nacht damit abzuquälen! Ist es nicht gescheider, an der vollen Schüssel zu sitzen oder ins Wirtshaus zu gehen?" Du antworte ihm: wer beim Purimschmaus sitzt, soll sich bis Pessach nicht von seinem Platze rühren . . . Dem, der nicht trinken kann, öffne den Mund; denn es heißt: „öffne deinen Mund, ich will ihn füllen!* Die 10 Plagen sind die 10 Söhne Hamans. Woraus entnimmt man, daß das Purimwunder 10mal so groß war, wie der Anlaß des Pessachfestes? In der Pessachnacht starb nur der Erstgeborene des Pharao, von Haman aber alle 10 Söhne. Trinkt man nun am Seder 4 Becher, so gehören zum Purim 40 Becher. Nach R. Gluckser aber 160 Becher, da geschrieben steht: bei den Juden war Licht, Freude, Jubel und Ehre. Licht ist 1, Freude 2, Jubel 3 und Ehre 4. Trinkt man am Pessachabend 4 Becher, so pflichtgemäß an Purim 160. R. Hopsa sagte: wer an Purim nicht die folgenden 8 Dinge tut, hat seiner Pflicht nicht genügt; es sind die 3 Gebote: iß! trink! und tanze» Weshalb trinken? Es heißt: der Unterschied zwischen Mensch und Tier ist "pN (nichts); statt "ftf ist aber zu lesen "p"1 (Wein). Weshalb tanzen? Die Juden sollten an Purim sein D^tti? (bereit), wofür Ester 8, 13 geschrieben ist D"mr\? (Böcke). Wie Böcke sollen die Juden daher an Purim hüpfen und springen, d. h. tanzen. Und was tat Hillel? Er tanzte am Feste des Wassersehöpfens, wie es heißt : „Schöpfet Wasser mit Jubel!14 Wenn dies schon vom Wasser gilt, um wie viel mehr vom Wein. Achlan hu . . . Fresserlein, füll' gut ein! Nüchtern soll heut keiner sein — immerzu — hier vor uns ohne Ruh'. Chad gadja: Nebukaduezar kam und fraß Gras Wie eine Gas. Ester war von jenem Stamm, Der mit Nebukadnezar nach Babel kam. Dafür, was Waschti tat, Ester an ihre Stelle trat. Der König Achasehwerosch kam, Der Waschti er das Leben nahm. Bigtan und Tereseh sollt's nicht gelingen, Den Achascherosch umzubringen. Mordechai kam, und alle beide Wurden bald des Henkers Beute. Haman kam und mit Mordechai War es um ein Haar vorbei. Doch der Henker blies dem Wicht Sogleich aus das Lebenslicht, Der so heiß trug das Verlangen, Mordechai sollt' am Galgen hangen, Der Bigtan und Tereseh zeigte an, Die den König gern hätten abgetan.