Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 488 (sequence 509)
- Language
- German
- Belongs to
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488 Grunwald, Mattersdorf. Ähnlich heißt es in Sal. Bloch's Masseket Purim in Parodierung des Traktates Pessachim: Am Vorabend des 13. Adar muß alles Wasser aus den Häusern entfernt werden. Denn es steht geschrieben: Du sollst das Böse beseitigen aus deiner Mitte. „Das Böse" ist aber nichts anderes als das Wasser, spricht doch die Heilige Schrift vom „bösen Wasser Ist doch auch das Geschlecht der Sintflut mit Wasser gestraft worden, weil die Menschen damals an Purim Wasser tranken, wie es heißt, daß der Menschen Trachten damals böse war jeden Tag. Wer Wasser an Purim trinkt, verscherzt seinen Anteil an der künftigen Seligkeit; denn das gottvergessene Volk sprach zu Mose: „Gebt uns Wasser!" Hätten sie statt Wassers Wein gefordert, sie wären selig geworden. Und weshalb hat wohl Jael den Sisra erschlagen? Er forderte, wie die Schrift sagt, Wasser. Es war aber gerade Purim. In Melica le-Purim (Breslau? 1800?) werden u. a. Gebete des Jomkippur parodiert, wie 12n:K p "pDID ^riDto "»DD ... •pnan "pnrns .. . o-on ^wn ... ",sn bfcn asti -p^b . . . rpiö otiitö o-pn ... iintüi &6t Dills -höh ynas pi-fs "pa tn« ... tos ... o^böDn nanri mxb .. nriD qmwr Auch seinen Till Eulenspiegel hat M. in Dowidl, dem Hausierer. In Wien hatte er kommissionsweise Ware erhalten, den Erlös aber in lustiger Gesellschaft verjubelt. Um sich vor den Folgen dieses Streiches zu schützen, packte er in sein Hausiertuch Steine und schleppte diese Last keuchend bis zu einer Donaukanalbrücke. Dort ruhte er aus, indem er den schweren Packen auf das Geländer stützte. Wie zufallig, ließ er ihn dann ins Wasser fallen und stellte sich nun über den Verlust verzweifelt. Er schrie und jammerte, so daß in kurzem eine Menge sich um ihn versammelt hatte. Er stellte sich, als wollte er ins Wasser springen. Man hielt ihn zurück und beschenkte ihn reichlich aus Mitleid. Von einem anderen M.er erzählt man, er habe einer hohen Dame als neueste Shawimode einen Talith angehängt, mit dem sie dann bei einer Burgtheaterpremiere erschienen sein soll. Beilagen. A. Mattersdorf er Grab Schriften. Schon vor Jahren schrieb an mich Herr Meier Benedikt, Mattersdorf, die Verwahrlosung des dortigen jüdischen Friedhofes habe einige junge Leute bewogen, Restaurierungsarbeiten vorzunehmen, um zu erhalten, was sonst unwiederbringlich verloren ginge. Etwa 60 Grabsteine wurden neu aufgestellt, zusammengekittet, entziffert und vor weiterer Verwitterung geschützt. Sie taten es laienhaft. Es fehlte ihnen jede wissenschaftliche, fachgemäße Anleitung. Wann wird sich die öffent-