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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 464

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 464 (sequence 484)
Language
German
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464 Grunwald, Mattersdorf. 110. Man sagt: „Priwes Drüm" (Priwe nahm, um an dem Faden die Endchen zu ersparen, einen mehrfach längeren Faden). 111. „Alt Eisig wot tänzerig" (wenn einer etwas für ihn Ungewohntes macht). Vgl. Kulke, Isr. Novellen IX, „Mitt." I, 119. 112. „Mit e Henn ün e Höh, fangt soch de Maisse oh".1) 113. „Wenn se hast Hendl, darf mo essen aus ihr Fendl".2) 114. „Wenn zwa Messim tanzen, wer warft ei?"3) 115. „Wenn der Mo hot Agen wie e Sieb, is das Weib doch e Dieb". 116. „Der machts wie Dr. Borüch's Hünd". (Dr. Bariich, ein hiesiger Bader, hatte einen gelehrigen Hund, der Gänge besorgte. Eines Tages schickte er ihn um Fleisch. Unterwegs wurde er von Hunden angegriffen und das Fleisch ihm entrissen. Er erntete dafür zu Hause Prügel. Dieser Vorgang wiederholte sich tags darauf. Als ihn die Hunde neuerlich überfallen wollten, bedachte er sich eines besseren, schnappte nach dem Fleisch, lief davon und fraß es selbst auf. Nach einer anderen Version beteiligte sich der Hund an dem Fraß des gestohlenen Gutes. (Vgl. Heine, Der gelehrige Pudel.) 117. „Keudim Kol rüfts miach Achreun auf". 118. Urwüchsig ist der Ausspruch: „Zonzones4) isn is es". 119. „Es bleibt für mich nur übrig, wos mo Pessach ausn Gläsl ausschitt". 120. „Wos bleibt fün de Jomim Teuwim übrig? Der Maschiw Horüach". 121. Weilt ein Gast im Hause, so wird der Gastgeber begrüßt: „Mit lieb sei dei Aurech!" Der Angesprochene entgegnet: „Mit Lieb sollst de leben!" Einen Besucher begrüßt man mit: „Gott's willkümen". 122. Will man bei einem Streite beide Parteien als schuldig erklären, so sagt man: „Ele woele besemer Mamserim". 1) Vgl. Gittin 57, wo erzählt wird, wie die Zerstörung von Tur- Malka mit einem Hahn und einer Henne begonnen hat, auch Gaster, Exempla 200. 2) Vgl. Bernstein, Jüd. Sprüchw. 1207. 3) Das. 2411. 4) sans soins.

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