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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 463

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 463 (sequence 483)
Language
German
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Grunwald, Mattersdoif. 463 97. Eine Beteuerung, die besonders unter Kindern gehört wird, lautet: „Osser Chaser1) Trüme trefe". 98. Oft hört man: „Der hot e Kopf wie Jarl Meschümed" oder „Den wet's ausgehn wie Jarl Meschümed". 99. Richtet jemand ungeschickterweise einen Schaden an oder ein Kind fällt nieder, so sagt man: „Geh' hinaus, wasch doch ehrlich" oder „Dü host doch heit nicht ehrlich gewaschen". Worauf der Schadenmacher die vorgeschriebene Morgenwaschung wiederholt. 100. Begegnet man einem Hunde, so sagt man: Hünd, Hünd, Hünd de sollst mioch nix beißen, Sünst wot dioch der Teifel zerreißen, loch kehr Jeikew, dü kehrst Esew. 101. Auf einen langen Besuch sagt man: „Frettes Besuch (Visit)". 102. Auf eine Prasserin sagt man: „De tüt wie Schädl im Bräuhaus". 103. Auf einen Plauscher sagt man: „Chaim Cheskeles". 104. Wenn jemand etwas Unerreichbares ablehnt, so sagt man: „Cheidl tü jeu e Schidoch". 105. Will man frühmorgens zu einer bestimmten Stunde erwachen, so sagt man vor dem Schlafengehen folgenden Spruch: „Üri keweudi üri weck mach auf um . . Ühri". 106. „Führ5 dich brav auf, ün halt doch in dei Meile, wost de doch estemiern wie Fradele (Kati) Breuer". 107. Denkt man, zumal am Abend, an etwas Ernstes, worauf man, wenn man davon träumte, fasten würde, so sagt man: „Heut e güte Nacht", z. B. „Kol Nidre, heut e güte Nacht." 108. Desgl. wenn man vom Begräbnisort spricht oder eines Verstorbenen bei Nacht gedenkt. 109. Man pflegt zu hören: „Was kann er mir tun, wird er mir höchstens den Hakl Jeudücho wegnehmen". Was anscheinend auf die deutsche Sitte zurückzuführen ist, die laute Rezitation dieses Gebetstückes an den Meistbietenden zu verkaufen. Man sagt aber auch: „Wot er mo Hakl Jeudüche aus dem Sidol erausreißen". 1) Vgl. Bernstein, Jüd. Sprichw. 207.

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